🏰 Burgen und Schlösser

Villa e parco Negrotto Cambiaso

📍 Arenzano, Ligurien · 50/100

Unter den ghibellinischen Zinnen läuft ein Band kleiner Bögen mit 144 gemalten Wappen: die genuesischen Familien, die mit den Pallavicino verbunden waren, von den Fieschi zu den Spinola, von den Grimaldi zu den Grillo, von den Durazzo zu den Sauli. Neunzehn weitere, in den Lünetten der Fenster im ersten Stock, erinnern an die Orte ihrer Unternehmungen, von Jerusalem bis Zypern, von Sardinien bis Korsika. Die Turmburg ist allerdings eine späte Verkleidung: Darunter steckt die Villa, die Tobia Pallavicino 1558 neben einem mittelalterlichen Turm bauen ließ und die Luisa Sauli Pallavicino 1880 dem Architekten Luigi Rovelli anvertraute, damit er sie dem Geschmack der Zeit anpasste.

Sehenswertes

Rovelli erhöhte den Turm um sechsundzwanzig Meter und bekrönte Haus und Turm mit Zinnen; aus einem Sommersitz des 16. Jahrhunderts wurde so eine Burg. Ringsum, an der Stelle der Felder, die das Gut drei Jahrhunderte lang ernährt hatten, legte er den Park an: künstliche Becken, durch Bäche verbunden, ein Wasserfall und ein kleiner See im tiefer gelegenen Südosten, wo auch ein Schweizer Chalet stand, das heute fehlt.

Westlich hinter der Villa liegt das mittelalterliche Dorf: vorhandene Gebäude, die man im späten 19. Jahrhundert mit Zinnen und Türmchen verkleidete, mit der Villa verbunden durch einen Weg, der einen Wehrgang mit Wachhäuschen nachahmt. Das Gewächshaus kam 1931 hinzu, als die Marchesa Matilda Negrotto Cambiaso, Namensgeberin des Anwesens, Lamberto Cusani mit dem Bau nördlich des Hauses beauftragte: Eisen und Glas nach französischen und englischen Vorbildern des vorigen Jahrhunderts, ein höherer Mittelpavillon zwischen zwei symmetrischen Flügeln, geometrischer Dekor, Ranken und Füllhörner.

Der Besuch

Der Park gehört der Gemeinde und hat drei Zugänge. Der westliche an der Piazza Rodocanachi ist der beste: Er führt durch das Dorf hinauf auf den Wehrgang, von dem aus man die ganze Südseite überblickt. Die beiden anderen, an der Piazza Allende im Osten und an der Via Sauli Pallavicino im Norden, beginnen gerade Alleen, die zur Villa führen. Das Gebäude beherbergt das Rathaus von Arenzano, weshalb man es fast immer von außen betrachtet; die von Arcangelo Mazzella restaurierten Wappen liest man von der Wiese aus bestens.

Tipp der Redaktion

Wir gehen zuerst zur Libanonzeder am runden Becken im südlichen Teil: Sie steht auf der Liste der Baumdenkmäler Liguriens und lohnt den Weg allein. Danach ein paar Minuten für die Pfauen westlich des Hauses und für die Schildkröten in den Becken vor dem Eingang; auf dem Wasser rasten Stockenten und andere Enten, denn Arenzano liegt im regionalen Naturpark Beigua. Mit Kindern: Der Spielplatz liegt auf der Ebene im Südosten.

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