Im Jahr 1449 verzeichnet das Leuchtturmregister unter den Wärtern einen gewissen Antonio Colombo, den Onkel väterlicherseits von Christoph Kolumbus. Solche Details erklären, warum dieser Turm für die Genueser mehr ist als eine Navigationshilfe. Er misst 77 Meter, und der Fels, auf dem er steht, hebt das Feuer auf 117 Meter über den Meeresspiegel: der höchste Leuchtturm Italiens und des gesamten Mittelmeers. Der erste Turm entstand vermutlich 1128; der heutige wurde 1543 errichtet, als Doge Andrea Centurione Pietrasanta den Bau mit Geld der Bank von Sankt Georg bezahlte.
Sehenswertes
Der Bau besteht aus zwei quadratischen Türmen übereinander, aus Stein aus den Brüchen von Carignano, jeweils von einer auskragenden Terrasse bekrönt. Im Inneren führen 365 gemauerte Stufen nach oben: Die ersten 172 erreichen das untere Gesims und sind für Besucher freigegeben, das obere gehört der Marina Militare und bleibt geschlossen. Am Fuß des oberen Turms liegt eine Marmortafel, die 1603 vom Blitz getroffen wurde; Blitze ziehen sich durch diese ganze Geschichte, 1481 kam ein Wärter dabei ums Leben.
Nebenan erzählt das 2006 eröffnete Museo della Lanterna vom Hafen und von der Seefahrt und zeigt eine zerlegte Fresnel-Linse wie jene Drehoptik, die 1840 hier oben eingebaut wurde. Der Turm diente auch als Gefängnis: Um 1400 saß hier fünf Jahre lang der König von Zypern, Jakob von Lusignan, gemeinsam mit seiner Frau, die innerhalb dieser Mauern den Sohn Janus zur Welt brachte. Und 1340 malte Evangelista aus Mailand das Stadtwappen auf den unteren Turmschaft, damit Schiffe ihn auch bei Tag erkannten.
Der Besuch
Man kommt zu Fuß hin, und der Weg ist die halbe Sache: Ein rund 800 Meter langer Fußweg verläuft auskragend an der Außenseite der alten Stadtmauern, über den Kais schwebend, wenige Meter über Kränen und arbeitenden Schiffen. Start ist der Fährterminal, etwa 400 Meter von der U-Bahn-Station Dinegro entfernt; vom Bahnhof Principe sind es anderthalb Kilometer. Der Leuchtturm ist in Betrieb und untersteht der Marina Militare: Der Aufstieg zur unteren Terrasse richtet sich nach den Öffnungszeiten des Museums, meist am Wochenende.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie am späten Nachmittag und rechnen Sie mit Wind, der hier oben nie fehlt. Vom unteren Gesims liest man Genua auf einen Blick: der Handelshafen im Westen, die Stadt zwischen Meer und Bergen eingezwängt, und unter Ihnen der Fels, der alles ist, was vom Hügel San Benigno übrig blieb, in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts abgetragen, um Platz für die Piers zu schaffen.
