⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Giorgio

📍 Portofino, Ligurien · 48/100

Eine Inschriftentafel im Inneren datiert den Bau der Kirche auf 1154, in romanischen Formen. Grabungen beim Wiederaufbau nach dem Krieg brachten unter dem Boden allerdings eine ältere Kapelle mit quadratischem Grundriss zum Vorschein: Die Landzunge war schon vor diesem Datum Kultstätte. Im Inneren werden die Reliquien des heiligen Georg aufbewahrt, des Schutzpatrons von Portofino, die der Überlieferung nach die Seeleute des Ortes von den Kreuzzügen mitbrachten.

Sehenswertes

Was heute dasteht, ist ein Wiederaufbau, und das sollte man vor dem Eintreten wissen. 1691 wurde die Kirche umgebaut und zugleich die Salita San Giorgio verbreitert, die Gasse, die von der Piazzetta heraufführt; eine zweite Restaurierung mit Erweiterung folgte 1760, und diese Gestalt ist die entscheidende, weil man später genau sie wieder aufnahm. Im Zweiten Weltkrieg legte eine Bombe aus einem Sturzkampfflugzeug den Bau vollständig nieder.

Den Wiederaufbau beschlossen und bezahlten die Einwohner von Portofino selbst; 1950 stellten sie die Kirche auf dem Grundriss des Settecento wieder her, mit neuen Altären und neuer Ausstattung. Sie ist klein und hell, ohne Freskenzyklen und ohne große Kunstwerke: Man schaut auf die Proportionen des Raums, auf das Holz der Ausstattung und auf das Verhältnis von Stein und Wasser, denn der Bau sitzt auf einem Felssporn über dem Meer und vom Vorplatz blickt man auf den Hafen hinab.

Der Besuch

Von der Piazzetta geht es über die Salita San Giorgio hinauf, dieselbe Treppe, die 1691 verbreitert wurde: fünf Minuten Stufen zwischen Gartenmauern. Die Kirche liegt am Weg zum Castello Brown und zum Leuchtturm, man kommt also fast zwangsläufig vorbei. Die Öffnungszeiten richten sich nach den Gottesdiensten der Pfarrei Santi Martino e Giorgio; ist die Tür zu, bleibt der Vorplatz trotzdem zugänglich.

Tipp der Redaktion

Wir bleiben lieber auf dem Vorplatz als drinnen: Es ist einer der wenigen Orte in Portofino, an denen man sitzen kann, ohne etwas zu bestellen, auf der einen Seite der Hafen, auf der anderen das offene Meer. Wir kommen früh am Morgen, bevor sich der Weg zur Burg und zum Leuchtturm füllt.

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