🏰 Burgen und Schlösser

Castello di Paraggi

📍 Santa Margherita Ligure, Ligurien · 55/100

Auf der Felsspitze, die die Bucht von Paraggi im Osten abschließt, steht ein quadratischer Steinblock mit vier auf Konsolen vorkragenden Ecktürmchen. Es ist keine als Burg verkleidete Villa: Der Bau entstand als Wachposten über der Küste des Tigullio zur Zeit der Republik Genua, und einige Quellen nennen 1626 als das Jahr, in dem der Bau beschlossen wurde. Zwischen 1812 und 1814, im Ersten Kaiserreich, lagen hier Napoleons französische Truppen.

Sehenswertes

Die Form ist ein gedrungener, fast würfelförmiger Körper, der vom Wasser aus dem Felsen gewachsen scheint. Die vier auf Konsolen ruhenden Ecktürmchen erkennt man aus jedem Blickwinkel; auf der Südostfassade öffnet sich eine große Loggia, die einzige Stelle, an der die Steinmasse leichter wird. Ringsum läuft eine guelfische Zinnenreihe mit geraden Zinnen. Das Gebäude wurde über die Jahrhunderte mehrfach umgebaut, und was heute dasteht, ist das Ergebnis dieser Eingriffe.

Nach dem Ende der militärischen Aufgabe wurde die Burg Privathaus und heißt nach ihren Eigentümern auch Villa Bonomi Bolchini. In den neunziger Jahren vermietete die Familie Bonomi Bolchini sie an Silvio Berlusconi: Seither taucht das Gebäude eher wegen seiner Mieter als wegen seiner Architektur in den Zeitungen auf.

Der Besuch

Die Burg ist Privatbesitz und nicht zu besichtigen: Man sieht sie von außen, und so war sie ohnehin gedacht. Sie liegt an der Provinzstraße 227 zwischen Santa Margherita Ligure und Portofino, auf dem Stück, das um die Bucht herumführt; kurz hinter dem Strand von Paraggi Richtung Portofino gibt es die Stelle, an der sich Baukörper und Türmchen gegen das Wasser abheben. Vorsicht im Verkehr: Die Straße ist eng, Gehwege gibt es nur streckenweise.

Tipp der Redaktion

Wir schauen sie uns am liebsten vom Wasser aus an: vom Linienboot nach Portofino oder einfach beim Schwimmen vor dem kleinen Strand von Paraggi sieht man die Burg so, wie sie jene sahen, die sie überwachen sollte, nämlich vom Meer her. Wer an Land bleibt, versucht es am späten Nachmittag, wenn das flache Licht von Westen die Türmchen vom Hintergrund löst.

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