⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Nostra Signora delle Grazie

📍 Recco, Ligurien · 44/100

In einem Kristallzylinder, auf einem silbernen Sockel, hält ein silberner Engel einen 45 Millimeter langen Dorn empor, mit einem dunklen Fleck von rund zehn Millimetern und einer Rille wie von einem Schnitt: Der Überlieferung nach ist es ein Dorn aus der Krone Christi, und in Megli ist sogar die Straße hinauf zur Kirche nach ihm benannt. Auch das Gebäude geht der Überlieferung nach auf den Galeerenkapitän Fabiano Ageno zurück, der aus dem Heiligen Land heimkehrte: Es entstand 1216 und erhielt von ihm die byzantinische Tafel der Madonna mit Kind, die bis heute zu sehen ist. Das erste Dokument, das es als Santa Maria del Muegio nennt, ist ein Syndacatus von 1311; die Weihe erfolgte vermutlich 1520.

Sehenswertes

Drei Schiffe, getrennt durch je zwei Pfeiler, und sieben Seitenaltäre: Der Grundriss ist ein Tagebuch der Anbauten. 1582 gab es nur das Mittelschiff; das Presbyterium kam 1615 mit einer Stiftung der Familie Capurro; das linke Schiff stammt aus der ersten Hälfte des Settecento, das rechte aus dem folgenden Jahrhundert, zusammen mit dem Boden und dem Vorplatz, auf Betreiben der Rektoren Michele Antona und Giacomo Maria Garibaldi. Die barocke Ausstattung von heute ist die letzte Schicht, vom Ende des Ottocento; der Hochaltar ist aus Marmor und trägt sein eingemeißeltes Datum, 1755.

An der linken Seite steht der Altar der Madonna delle Grazie mit der Tafel, die der Kapitän 1216 stiftete und die 1902 gekrönt wurde, mit Kronen, welche die Frauen von Megli bezahlten. Der Altar der Santa Spina stammt von 1860, und die Kirche bewahrt außerdem das geschnitzte Elfenbeingefäß orientalischer Arbeit aus dem dreizehnten oder vierzehnten Jahrhundert, mit dem Admiral Giulio Ageno die Reliquie laut den Papieren der Familie Ageno bei seiner Rückkehr 1309 aus dem Osten heimbrachte. Am Gründonnerstag 1921 berichteten mehrere Zeugen, darunter der Propst Marco Bacigalupo, die Spitze des Dorns habe sich rot gefärbt. Im linken Schiff reihen sich die Vitrinen mit den Votivgaben.

Der Besuch

Megli ist ein Ortsteil von Recco am Hang, und zur Kirche gelangt man über die Salita Santa Spina, von der Talsohle aus. Sie ist Pfarrei des Vikariats Recco-Uscio-Camogli und seit dem 11. Mai 1891 Propstei, auf Beschluss des Genueser Erzbischofs Salvatore Magnasco: Die Öffnungszeiten richten sich faktisch nach den Gottesdiensten, und wer die Reliquie sehen will, fragt am besten in der Pfarrei nach.

Tipp der Redaktion

Wir sehen uns erst die Marientafel an und danach den Dorn, in dieser Reihenfolge: Es sind die beiden Stücke, um die herum die Kirche gewachsen ist, und beide kamen über das Meer, in derselben Familiengeschichte. Es lohnt sich, nach dem Elfenbeingefäß zu fragen, das weniger auffällt als das Reliquiar, aber das älteste Stück von allen ist. Und vor dem Gehen ein Blick auf die Votivgaben: Sie erzählen, wer diesen Hügel hinaufgestiegen ist, um zu danken.

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