🏰 Burgen und Schlösser

Castello Borelli

📍 Borghetto Santo Spirito, Ligurien · 43/100

Ein Schloss ist es nie gewesen: Es ist ein Kloster des 17. Jahrhunderts, das ab 1870 in ein Schloss verwandelt wurde. Auf dem Capo Santo Spirito, der Landzunge, die Borghetto nach Ceriale hin abschließt, hatte der von Franz von Paola gegründete Orden der Minimen das Kloster Santo Spirito errichtet, das dem Kap seinen Namen gab. Auf diesen Resten ließ der Ingenieur Borelli seinen eigenen Wohnsitz in neugotischen Formen hochziehen, und seither nennen ihn alle das Schloss.

Sehenswertes

Das Gebäude gibt auch dem kleinen Platz davor seinen Namen und ist der auffälligste Bau der Gemeinde: Neugotik des 19. Jahrhunderts mit Blick auf das Ligurische Meer, der Geschmack eines Jahrhunderts, das sich gern als Mittelalter verkleidete. Heute steht es innen wie außen verlassen da, und auch das gehört zu dem, was man sieht: keine alte Ruine, sondern eine junge.

Die Baustelle Borellis hat zudem eine archäologische Spur hinterlassen. Im Januar 1871, während der Wohnsitz beim Capo d'Anzio entstand, kam ein Altar aus grauem Stein zutage: ein Fund, der die Vermutung nährte, dass Borghetto schon in römischer Zeit besiedelt war, auf einer Ebene, die aller Wahrscheinlichkeit nach lange zuvor von den Ligurern bewohnt wurde. Von der früheren Phase, jener der Minimen, ist vor allem der Name des Kaps geblieben.

Der Besuch

Zum Schloss führt der Fußweg, der Borghetto mit dem Gebiet von Capo Santo Spirito verbindet und bis Ceriale weitergeht: 2014 geplant, wurde er abschnittsweise von 2016 bis Anfang 2025 gebaut. Man geht am Meer entlang, und das Gebäude taucht oben über der Küste auf. Zu besichtigen gibt es nichts: Es ist geschlossen und verlassen, man betrachtet es von außen, vom Plätzchen oder vom Weg aus, ohne über Zäune zu steigen. Von der Piazza Libertà im Zentrum von Borghetto sind es 2,3 km entlang der alten Via Aurelia nach Ceriale.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie in der letzten Stunde Tageslicht los, von Borghetto aus nach Westen: Die Sonne sinkt vor Ihnen, die Silhouette des Schlosses hebt sich gegen den Himmel ab, und die Strecke schafft man in einer halben Stunde in ruhigem Schritt. Wir empfehlen, den Weg in beide Richtungen zu gehen, denn die Landzunge wirkt je nach Blickrichtung völlig anders. Und wenn Sie danach wissen wollen, wie Borghetto vorher aussah, kehren Sie in den Ortskern zurück: Zwischen den beiden Längsgassen des mittelalterlichen Borgo steht das, was der Beton der sechziger Jahre nicht ausgelöscht hat.

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