Die Kirche entstand mit dem Ort. Ende des 13. Jahrhunderts gründete die Kommune Albenga in der Ebene des Wildbachs Varatella eine neue Siedlung, den Burgus Sancti Spiritus, und genau dort, wo heute die Pfarrkirche steht, erhob sich die erste San Matteo, mit der Apsis nach Osten und der Fassade nach Westen. Als die Einwohner zu viele wurden, baute man den Bau im 17. Jahrhundert größer wieder auf: drei Schiffe, Säulen aus Finale-Stein, Gewölbe, ein Boden aus Schiefer. Pier Francesco Costa, Bischof von Albenga, weihte sie am 4. Oktober 1643.
Sehenswertes
Die vier Leinwände des Genuesen Giuseppe Badaracco, zwischen 1644 und 1655 entstanden, sind der Grund hineinzugehen: das Martyrium des heiligen Matthäus in der Apsis, das Martyrium der heiligen Agatha in der Kapelle am Kopf des rechten Schiffs, das Wunder des Maultiers und im linken Schiff das Altarbild mit der Madonna mit Kind und den Heiligen Petrus, Erasmus und Antonius Abbas. Auf diesem lässt sich Borghetto Santo Spirito erkennen, wie es im 17. Jahrhundert aussah. In den Nischen neben dem marmornen Hochaltar von 1715 stehen ein heiliger Matthäus aus der Werkstatt von Anton Maria Maragliano und eine heilige Maria Magdalena von Paolo Olivari; das hölzerne Chorgestühl stammt vom Beginn des 19. Jahrhunderts und geht auf den Handwerker Perasso aus Loano zurück.
Die Fassade ist von 1902: Santiago Marexiano bezahlte sie, Giovanni Richinotti entwarf sie, ein Gesims und vier Pilaster mit korinthischen Kapitellen gliedern sie. Die drei Reliefs im unteren Bereich schuf Antonio Brilla aus Savona: über dem Hauptportal die Madonna della Guardia, an den Seitenportalen links der heilige Josef und rechts die heilige Anna. Die sechs Buntglasfenster dagegen stammen von 1950 und ersetzen jene, die im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen zerstört wurden.
Der Besuch
Die Kirche steht an der Via Roma im Zentrum von Borghetto Santo Spirito und ist eine lebendige Pfarrei des Vikariats Loano im Bistum Albenga-Imperia: Die Messzeiten geben den Takt vor, außerhalb davon ist der Zutritt nicht garantiert. Die Fresken des Mittelgewölbes und die Innendekoration wurden zwischen 1991 und 1993 restauriert und sind daher in gutem Zustand. Wer wegen der Orgel kommt, findet das 1996 von Beniamino Giribaldi aus Montegrazie gebaute Instrument: 1116 Pfeifen, 25 Register, rein mechanische Traktur.
Tipp der Redaktion
Unser Rat: Treten Sie nah an das Altarbild im linken Schiff heran und suchen Sie im Hintergrund die Silhouette von Borghetto im 17. Jahrhundert, Häuser, Türme und die Linie des Meeres, wie Badaracco sie beim Malen vor sich hatte. Gehen Sie dann hinaus und vergleichen Sie das Bild mit der heutigen Straße. Anders lässt sich kaum ermessen, wie wenig von jenem Ort geblieben ist und wie sehr die Kirche im Inneren dieselbe geblieben ist.
