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🏰 Burgen und Schlösser

Palazzo Elena Pietracaprina

📍 Borghetto Santo Spirito, Ligurien · 43/100

Am 19. März 1920 unterzeichnete Elena Pietracaprina Rivara die Urkunde, mit der sie Borghetto Santo Spirito einen eben fertiggestellten Palast schenkte. Zwischen 1915 und 1916 hatte sie ihn an der Piazza Libertà errichten lassen, mit Geld, das sie zusammen mit ihrem Mann Santiago Marexiano in Uruguay verdient hatte; bei der Übergabe an die Gemeinde hielt sie schriftlich fest, wozu er dienen sollte: für den Gebrauch öffentlicher Ämter. Seither gehört das Gebäude der Gemeinde und hat seine Aufgabe nie gewechselt.

Sehenswertes

Der Palast steht an der Piazza Libertà und ist das Haus, das die örtlichen Unterlagen bis heute als alten Sitz der Gemeindeverwaltung führen. Vor der Fassade steht seit 2014 „Resistenza e Costituzione“: ein Block aus weißem Carrara-Marmor, von Hand gehauen vom aus Borghetto stammenden Bildhauer Simone Finotti und bewusst gegenüber dem öffentlichen Gebäude aufgestellt.

Auf der Rückseite liegt die Stadtbibliothek mit über 25.000 Bänden; sie gehört seit 1999 zum Bibliotheksverbund Val Varatella, zusammen mit denen von Balestrino, Boissano und Toirano, sodass ein hier bestelltes Buch aus jeder der drei anderen Gemeinden kommen kann. Von der Stifterin lohnt es sich, den Werdegang zu behalten: Sie wanderte mit ihrem Mann nach Uruguay aus, wo die beiden große Industriebetriebe aufbauten, und lenkte einen Teil dieses Geldes in Form von Mauern und Büros in den ligurischen Ort zurück.

Der Besuch

Die Piazza Libertà ist der Bezugspunkt von Borghetto Santo Spirito: Von hier führt die alte Via Aurelia 2,3 km nach Westen bis Ceriale und 3,2 km nach Osten bis Loano, während die Provinzstraße 60 landeinwärts nach Toirano ansteigt. Von außen sind Palast und Skulptur zu jeder Stunde zu sehen; für das Innere gelten die Öffnungszeiten der Ämter, und die Bibliothek an der Rückseite hat ihren eigenen Kalender. Ringsum beginnt der rechteckige Ortskern, nach dem Vorbild von Albenga mit zwei durchgehenden Hauptgassen angelegt.

Tipp der Redaktion

Wir bleiben zuerst vor Finottis Marmor stehen, gehen dann um das Haus herum in die Bibliothek und fragen nach der Abteilung Ortsgeschichte. Dort erklärt sich der Palast besser als von außen: ein auf der anderen Seite des Atlantiks erarbeitetes Vermögen und die in der Urkunde von 1920 festgehaltene Entscheidung, einen Teil davon als öffentliche Büros an den Platz zurückzugeben statt als private Villa. Nehmen Sie sich auch für den Titel der Skulptur Zeit, Resistenza e Costituzione: Sie steht vor der passenden Tür.

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