Die Bögen und Lisenen an der Flanke sagen mehr als die Fassade: Sie sind das, was von der romanischen Bausubstanz von San Calogero übrig ist, der Kirche, die in Cisano sul Neva außerhalb des ummauerten Ortes neben dem Friedhof steht. Die örtliche Überlieferung schreibt sie Benediktinermönchen von der Insel Gallinara zu, dem Eiland vor Albenga, und setzt sie ins 11. Jahrhundert; die Katalogblätter der Denkmalpflege datieren den Bau dagegen ins 15. Jahrhundert.
Sehenswertes
Es ist ein kleiner Steinbau, den man liest, indem man um ihn herumgeht. Die romanischen Spuren sind keine Erfindung der Restauratoren: Ursprüngliche Bögen und Lisenen treten aus dem über die Jahrhunderte veränderten Mauerwerk hervor, und sie sind der Grund für den Halt. Im Inneren gibt es nichts Berühmtes, keine der Leinwände, die der Bankier Ottavio Costa weiter talaufwärts nach Conscente bringen ließ.
Die Lage erklärt die Funktion. Man nimmt an, dass die Kirche als Hospiz diente: keine Pfarrkirche, sondern eine Station der Krankenpflege an der Straße, die das Neva-Tal hinaufführt, außerhalb des befestigten Vierecks, das Albenga ab 1274 mit Mauern und Ecktürmen anlegte. Das Patrozinium schwankt zwischen San Calogero und San Calocero, beide Schreibweisen sind gebräuchlich.
Der Besuch
Cisano sul Neva liegt im Hinterland von Albenga, an der Staatsstraße 582 über den Colle di San Bernardo. Die Kirche steht beim Gemeindefriedhof an der Via Alessandro Colombo, wenige Gehminuten vom historischen Kern entfernt: Die Anfahrt mit dem Auto ist unkompliziert, geparkt wird direkt daneben. Rechnen Sie damit, verschlossene Türen vorzufinden, denn es ist nicht die Pfarrkirche und feste Öffnungszeiten gibt es nicht; das Sehenswerte liegt ohnehin im Außenmauerwerk. Weiter geht es in den quadratischen Ortskern mit dem Uhrturm gegenüber Santa Maria Maddalena.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie am späten Nachmittag: Das flache Licht greift die steinerne Flanke, und die Bögen werden wieder lesbar, was mittags nicht gelingt. Wir verbinden den Halt mit der Fahrt hinauf nach Conscente, wo die Burg der Costa das Tal beherrscht. Eine halbe Stunde insgesamt, und die Kontrolle über das Neva-Tal wird verständlich: unten die Kirche an der Schwelle, oben der bewaffnete Stützpunkt.
