Der viereckige Bergfried ist von Pechnasen bekrönt, an den Ecken sitzen noch die Wachtürmchen: Die Burg von Conscente ist ein Werk der Militärarchitektur aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, fast unverändert erhalten und von den Costa aus Albenga über den Häusern des Ortsteils errichtet. Sie ist auch als Burg der Rolandi Ricci del Carretto bekannt.
Sehenswertes
Der Bau lässt sich schon von weitem lesen: quadratischer Grundriss, Pechnasen am Kranz, vorkragende Wachtürmchen an den Kanten. Das ist ein Kontrollbau und kein Landsitz, und der Standort beweist es: Von dort oben reicht die Sichtverbindung zu den Burgen von Zuccarello und Castelvecchio di Rocca Barbena, also zur gesamten Verteidigungskette des Tals. Der quadratische Turm an der Nordwestseite kam im 19. Jahrhundert nach einer konservierenden Instandsetzung hinzu; wer genau hinsieht, erkennt ihn als Zutat zum Baukörper des 16. Jahrhunderts.
Überraschend sind die Bauherren. Die Costa waren jene Familie aus Albenga, aus der der Bankier Ottavio stammte, der Auftraggeber, der für das Oratorium San Giovanni Battista unten in Conscente den Caravaggio zugeschriebenen Johannes den Täufer bestellte, später durch eine Kopie ersetzt und nach Albenga gebracht. Die Burg selbst erlebte in napoleonischer Zeit ein nüchternes Schicksal: Sie diente als Schlachthaus. Weiter oben, über Gombo an der Stelle Paràgiu, liegen die Reste eines noch älteren Wehrturms, des mittelalterlichen Stützpunkts der Markgrafen von Clavesana.
Der Besuch
Conscente ist ein Ortsteil von Cisano sul Neva am Bach Pennavaira und wird über die Staatsstraße 582 des Colle di San Bernardo erreicht; die Adresse lautet Via Principe Amedeo. Die Burg steht beherrschend über den Häusern und ist seit 1937 als Kulturgut geschützt, doch sie ist kein Denkmal mit Kasse und Öffnungszeiten: Man betrachtet sie von außen. Am besten von der Straße hinauf zum Ortskern, von der aus der Bergfried ganz zu sehen ist, die Wachtürmchen gegen den Himmel.
Tipp der Redaktion
Nehmen Sie eine Karte mit und suchen Sie Zuccarello talaufwärts und den Felsen von Castelvecchio di Rocca Barbena dahinter: Nach einer halben Minute ist klar, warum die Burg genau hier steht. Danach geht es hinunter ins Dorf zum Oratorium San Giovanni Battista und zur Pfarrkirche Sant'Alessandro papa: Die Gemälde der Costa hängen längst in den Museen von Albenga, die Gebäude aber stehen. Wer Zeit hat, fährt weiter ins Val Pennavaire, unter die Felswände, die für Freikletterer zum Ziel geworden sind.
