Osio Sotto

Provinz: Bergamo · Region: Lombardei · Einwohner: 12.080 · PLZ: 24046

Der Name geht auf die gens Otia zurück, die Patrizierfamilie, die großes Gewicht hatte, als die Römer diesen Ebenenstreifen zwischen Mailand und Bergamo zenturierten; in Bergamo selbst hieß das letzte Stück der Straße zwischen beiden Städten eben via Osio. In Urkunden des neunten und zehnten Jahrhunderts erscheint der Ort als Osio subteriore. Im Mittelalter geriet er ins Blickfeld der mächtigsten Familien und musste sich eine Burg geben, in der die Bevölkerung Zuflucht fand: Überfälle waren häufig, auch weil hier Salpeter abgebaut wurde, aus dem man damals Schießpulver machte.

Das Wappen hält diese Zeit fest: ein silberner Greif in rotem Feld, hinterlegt von zwei gekreuzten Schwertern; die Zusammensetzung erinnert an die Kriege zwischen Guelfen und Ghibellinen und an die Plünderungen und Brände der Söldnerbanden. Mit dem Übergang an die Republik Venedig 1427 kamen Bewässerungskanäle; doch 1596 beschrieb Giovanni da Lezze noch einen armen Ort, mit einer von Mauern und Graben umgebenen Burg, einigen bereits zerstörten Kirchen und nur drei Bauernfamilien mit je etwa hundert Dukaten Einkommen. Diese Burg rissen die Einwohner im siebzehnten Jahrhundert selbst ab, als sie ohne Herrn geblieben war; den Graben beseitigte die Gemeinde noch vor Ende des Jahrhunderts.

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