Seit 1695 feiert Roccafranca die fistù, ein Fest, das alle fünf Jahre im Mai wiederkehrt. In seinem Mittelpunkt stehen nicht nur die Gottesdienste für die drei im Ort verehrten Märtyrer — die heilige Klara, der heilige Vinzenz und der heilige Viktorinus —, sondern das, was die Familien mit eigenen Händen bauen: die Festons, bogenförmige Schmuckstücke, die man hier arcate nennt und mit denen Türen und Fenster der Häuser geschmückt werden. Jede Familie versucht, ihres anders zu machen als die übrigen, und seit den fünfziger Jahren sind die piantiline hinzugekommen, in den Boden gesteckte Zweige, behängt mit Blättern und Pfirsichblüten aus Papier.
Der Name des Ortes kommt von seiner Burg und erscheint zum ersten Mal in einer Urkunde des dreizehnten Jahrhunderts. Im fünfzehnten wechselte Roccafranca mehrfach den Herrn: 1426 löste es sich von Brescia, zwei Jahre später kam es zu den Ländereien des Carmagnola, dann an die Albini und 1453 an Francesco Sforza. In dem Palast, den die Martinengo hier errichteten, sind Fresken des sechzehnten Jahrhunderts erhalten, die Lattanzio Gambara signiert hat.
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Außerhalb von Roccafranca, aber als Ausflug gut erreichbar.