Corrido hat kein Wappen. Die Gemeinde hat nie ein offizielles angenommen, und das vorgeschlagene — in Blau ein silberner Schrägbalken zwischen zwei Sternen — ist von einer Tafel an der Fassade des Rathauses abgeschrieben. Auch die Grenzen sind ihr immer von außen verändert worden: Sie gehörte unter dem Herzogtum Mailand zur Pieve von Porlezza, kam dann in die Provinz Como und 1791 zurück zu der von Mailand; 1812 vergrößerte Napoleon sie um Buggiolo und Seghebbia, und die Einwohnerzahl stieg von dreihundertsechsundfünfzig auf vierhundertvierundachtzig; nach Napoleons Sturz wurde der Zusammenschluss aufgehoben, und der Ort war wieder wie zuvor.
Auf dem Boden dagegen bleiben die Dinge. Auf einem Felssporn über dem Cuccio steht die Kirche der Heiligen Maternus und Martin, seit 1587 Pfarrkirche und Neubau eines bereits im dreizehnten Jahrhundert bezeugten Gotteshauses, mit barocken Altarantependien aus farbigem Stuckmarmor von den Magistri intelvesi. An der Straße nach Carlazzo überspannt die Saltone-Brücke eine Klamm, in der der Bach einen Wasserfall bildet und einen tiefen Kolk aushöhlt; wenig darunter liegen die Reste der älteren, eingestürzten Steinbrücke. Und der Weg hinauf nach Buggiolo heißt Partisanenpfad: Er erinnert an Umberto Guaino, einundzwanzig Jahre alt, den die Faschisten dort 1945 erschossen, und ein Eisenkreuz bezeichnet die Stelle. Am Anstieg liegen die Plätze, an denen die Köhler ihre puiatt aufsetzten, ein alter Kalkofen und ein kleiner Steinofen, die furnas di rogn, gebaut zum Verbrennen der Nester des Prozessionsspinners.
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Außerhalb von Corrido, aber als Ausflug gut erreichbar.
