Montodine

Provinz: Cremona · Region: Lombardei · Einwohner: 2.606 · PLZ: 26010

Montodine ist ein Ort, dem seine Flüsse abhandengekommen sind. Der Name erscheint 1023 als Castrum de Monte Odano, monte verbunden mit einem germanischen Personennamen — vielleicht Odilo oder Odino —, doch manche knüpfen ihn an die Adda, den Addua der Römer, die den Ort einst berührte und heute bei Gombito fließt: Spur jenes alten Laufs ist die hohe Uferböschung, die vom Ort ausgeht und nach Moscazzano zieht. Auch der Serio ist fortgegangen, aber durch Menschenhand: 1758 leiteten die Venezianer seinen Lauf um, weil er bereits am Turm der Benvenuti fraß. Von dem hohen, wuchtigen Turm, den Giorgio Benzoni, Herr von Crema, 1407 zur Bewachung seiner Grenze hatte errichten lassen, blieben bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Ruinen, die dann für den Kindergarten abgerissen wurden.

Zwei Ereignisse haben die tiefsten Spuren hinterlassen. Die Pest von 1630 erreichte den Ort vor dem übrigen Cremasco, und sie kam in einem Kleidungsstück: Ein Montodineser, Alessandro Barbiero, hatte sich in Pizzighettone von einem Soldaten einen verseuchten Mantel schenken lassen. In zwei Jahren starben zweihundertvierundfünfzig Menschen, begraben fast überall, auf den Feldern, in den Gärten, in den Häusern, auf dem Kirchplatz. 1648 dagegen hielt die venezianische Miliz unter Oberst Mario Benvenuti die ins Lodigiano ziehenden Franzosen auf, indem sie die Brücke über den Serio ansägte und einstürzen ließ, bevor diese hinüberkonnten; der Ort, der eine Beschießung fürchtete, schrieb seine Rettung dem Heiligsten Kruzifix zu und feiert es seither jedes Jahr am 12. Mai.

🎉 Feste und Sagre in Montodine 1

Was liegt in der Nähe

Luftlinie vom Ortskern. Tippe auf einen Punkt, um die Seite zu öffnen.