Airuno

Provinz: Lecco · Region: Lombardei · Einwohner: 2.979 · PLZ: 23881

Über den Namen Airuno kursieren vier Erklärungen, und alle sind schön. Da ist der Reiher, König des Sumpfes, der die Adda-Ebene bedeckte, und in gewissen Dokumenten des Mailänder Erzbistums von 1574 steht der Ort tatsächlich als Airone. Da ist der Dachs, vom gallischen eburus, und entlang der Adda gibt es noch eine Flur, die im Dialekt i tas heißt. Da ist das Keltische, wo aan Ort und run Geheimnis bedeutet: verborgener Ort, was eine hinter dem Hügel der Rocca geschützte Siedlung gut beschreibt. Und da sind die Alirunen, die Frauen, die dem Heer der Goten folgten und Amulette mit eingeritzten Runen trugen. Die Philologie aber kühlt alles ab: ein lateinisches Testament von 960 schreibt bereits Ayruno, und der Reiher wird zur unwahrscheinlichsten Erklärung.

Jenes Testament stammt von einem langobardischen Adligen, Alcherio, der in der Rocca wohnte: einem römischen Wachturm, den die Langobarden in eine Burg verwandelt hatten. Sie war der Stützpunkt Francesco Sforzas im Krieg um den Colle di Brianza, und wo sie stand, steht heute die Wallfahrtskirche der Madonna della Rocchetta mit einer Heiligen Treppe des achtzehnten Jahrhunderts. 1652 gewährte der spanische Gouverneur Airuno den Loskauf aus der Lehnsherrschaft. Zweitausendneunhundertneunundsiebzig Einwohner in der Provinz Lecco.

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