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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Sant'Alessandro in Zebedia

📍 Milano, Lombardei · 65/100

Als man 1602 die Fundamente dieser Kirche grub, fand man alte Mauern mit Ringen und Ketten: Die Überlieferung sagt, hier habe das römische Gefängnis von Zebedia gestanden, in dem der heilige Alexander gefangen war, der Soldat der Thebäischen Legion, der den Göttern nicht opfern wollte. Über dem Gefängnis stand seit dem fünften Jahrhundert eine kleine Kirche; 1589 kamen die Barnabiten, fanden sie klein und baufällig und beschlossen, eine große daraus zu machen. Der Entwurf stammt von Pater Lorenzo Binago, mit Francesco Maria Richini als Löser der statischen Probleme: griechisches Kreuz in einem Rechteck, freistehende Säulen, die die Gewölbe tragen, die Kuppel 1626 vollendet. Sie ist eine der frühesten Barockkirchen Mailands und Vorbild für halb Norditalien.

Sehenswertes

Die Kirche öffnet sich zu einem kleinen Platz mit Treppe, und die Fassade schaut absichtlich in eine andere Richtung: Die Karmeliten des nahen San Giovanni in Conca protestierten, es gebe schon zu viele Kirchen im Viertel, und die Barnabiten mussten zusagen, sie nicht zu ihnen hin zu drehen. Innen der Raum: vier freie Säulen unter der Kuppel, das Licht, das von oben herabfällt, und eine Ausstattung, die keinen Zentimeter leer lässt, unter den reichsten der Stadt.

Der Boden besteht aus Marmorintarsien in geometrischen Mustern, einem der schönsten Mailands; der Hochaltar aus Pietre dure, Lapislazuli, Achat und Amethyst kam aus der Kartause von Pavia und wurde von den Barnabiten gekauft, als Napoleon sie aufhob. An Wänden und Gewölben die Maler des lombardischen siebzehnten Jahrhunderts, Daniele Crespi, Moncalvo, Camillo Procaccini, Filippo Abbiati, mit den Geschichten des heiligen Alexander. Daneben das Barnabitenkolleg, die Schule, in der Alessandro Manzoni und Carlo Emilio Gadda lernten; und am Platz der Palazzo Trivulzio.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza Sant'Alessandro, fünf Minuten vom Dom Richtung Via Torino, Metro Missori; Eintritt frei zu Kirchenzeiten mit Mittagsschließung. Eine Viertelstunde. Der Platz mit seinen Stufen und Tischen ist einer der Orte, an denen die Mailänder im Sommer sitzen: wenige Autos und viel Licht.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie den Boden vor den Wänden: Die Marmorintarsien bilden Muster, die von einem Joch zum nächsten weiterlaufen, und ihnen folgend darüberzugehen ist die Art, wie die Kirche durchschritten werden wollte. Dann heben Sie den Blick zum Hochaltar und denken Sie daran, dass diese harten Steine hierherkamen, weil ein französischer Kaiser eine Kartause geschlossen hatte: Das halbe barocke Mailand besteht aus Dingen, die eine Aufhebung übrig ließ.

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