Die Gemeinde wurde 1928 geschaffen, indem man zwei Orte vereinte, die nicht einmal auf derselben Höhe liegen: Torre Beretti, der Verwaltungssitz, liegt in der Schwemmebene, während Castellaro de' Giorgi höher steht, am Rand der Terrasse der älteren Ebene. Torre Beretti hieß anfangs bloß Torre, entwickelte sich ziemlich spät im Vergleich zu den anderen Orten der Lomellina und erhielt seinen heutigen Namen von seinen Herren, den Beretta della Torre. Den Geschicken von Frascarolo folgend, wurde es 1441 den Birago von Mailand und 1522 dem kaiserlichen Kanzler Mercurino Arborio di Gattinara zu Lehen gegeben, der auch Lehnsherr von Sartirana war; von da an folgte es den Geschicken Sartiranas und blieb bis ins siebzehnte Jahrhundert bei den Arborio di Gattinara.
Das Merkwürdigste aber ist ein drittes Dorf, das niemand sehen konnte. Cassina de' Bossi war eine von Torre Beretti gänzlich ununterscheidbare Siedlung: sie nahm dessen westliche und dessen östliche Häuserblocks ein, während Torre Beretti die Mitte des Orts bildete. Die Häuser standen nebeneinander, und doch hatten beide verschiedene Geschichten — Cassina de' Bossi folgte eher den Geschicken von Castellaro und Frascarolo, gehörte lehnsrechtlich den Varesini und wurde 1675 an die Canobbio verkauft. Mit Torre Beretti vereinigt wurde sie 1806 und endgültig 1818. Jahrhundertelang war also eine einzige Häuserzeile zwei Gemeinden: die Mitte gehörte einem Herrn, die beiden Enden einem anderen. Von alldem bleibt heute ein Ort der südwestlichen Lomellina, unweit des linken Poufers, und am dritten Junisonntag ein Fest, bei dem man jede Art von Grillspießchen isst.
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