Tirano

Provinz: Sondrio · Region: Lombardei · Einwohner: 9.073 · PLZ: 23037

Tirano liegt dort, wo die Adda den Poschiavino aufnimmt, am Treffpunkt von Veltlin und Puschlav, zwei Kilometer vor der Schweizer Grenze. Wer die Burg und den befestigten Ort hielt, hielt die Schlüssel zum Engadin, zum Comer See, zum Reich und zu den venezianischen Gebieten; mit seinem Schicksal befassten sich die Kanzleien von Paris, Wien, Venedig und Madrid, und Ludovico il Moro ließ den Ort mit Mauern umgeben. Das Wappen bewahrt das: eine Burg mit drei Türmen für die sforzeskischen Befestigungen, ein schwarzer Adler für die alten Reichslehen.

Am 29. September 1504 soll die Madonna in einem Garten Mario Omodei erschienen sein und eine Kirche verlangt haben; die daraufhin errichtete Wallfahrtskirche wurde zum katholischen Bollwerk gegen die aus Graubünden kommende Reformation. Daneben fand mit Erlaubnis der Bündner Regierung eine internationale Messe von zwei Wochen statt, und die Kaufleute wohnten mit ihren Waren in Lagerhäusern, von denen einige noch stehen. Am 19. Juli 1620 begann in Tirano das Veltliner Blutbad, der Aufstand der katholischen Talbewohner gegen die Protestanten. Heute endet hier die Berninabahn.

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