Amandola

Provinz: Fermo · Region: Marken · Einwohner: 3.709 · PLZ: 63857

Amandola ruht auf drei Hügeln, und die drei Hügel tragen die Namen der Burgen, die es gab, bevor es den Ort gab: Agello, Leone und Marrubbione. Mitte des dreizehnten Jahrhunderts vereinigten sich die drei förmlich, und die freie Kommune entstand; im Wappen stehen sie noch, und mit ihnen ein Mandelbaum, denn die Überlieferung leitet den Namen von einem Mandelbaum ab, der dort stand, wo heute die Piazza Risorgimento ist — la mannola im Dialekt von Fermo. Die ersten Statuten stammen von 1265, und dann baute sich die Kommune einen Körper: gut zwei Kilometer Mauer mit fünf Toren, von denen nur jenes von San Giacomo geblieben ist, und drei Plätze mit drei verschiedenen Aufgaben — die Platea Animalium für die Viehmärkte, die Platea Magna für Versammlungen und Feste, die Platea Vallelonga für den Markt. Zwischen Mittelalter und Renaissance war der Ort für die Weberei berühmt.

Die ältere Geschichte ist dagegen erst kürzlich neu geschrieben worden. Lange glaubte man, das antike Interamnia Picena habe im benachbarten Comunanza gelegen; Forschungen der zehner Jahre dieses Jahrhunderts verorteten es stattdessen im Gebiet von Amandola, während die Kampagnen der Universität Pisa von 2014 und 2015 zeigten, dass in Comunanza eine andere Stadt stand, Novana, die erst forum, dann Präfektur und schließlich Munizipium war. Zwei Nachbarorte haben also binnen weniger Grabungsjahre ihren römischen Namen getauscht. Jüngeren Datums sind die Plünderung von 1798, als das französische Republikheer den Versuch von Widerstand bestrafte und sogar den Sarkophag des seligen Antonio schändete, und das Erdbeben vom 24. August 2016, das den Ort beschädigt hat. Das Gemeindegebiet, eines der größten der Provinz Fermo, hat achtundvierzig Ortsteile und liegt im Nationalpark der Sibillinischen Berge.

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