Nach Recanati fährt man wegen Leopardi und schaut am Ende Lorenzo Lotto an. In dieser Villa der Grafen Colloredo Mels, mittelalterlichen Ursprungs und später zum heutigen klassizistischen Bau umgeformt, sind vier seiner Werke versammelt: die Verkündigung, das für die Stadt gemalte Polyptychon, die Verklärung und ein heiliger Jakobus. Diese Gruppe macht das Museum zur Pflichtstation der Marken.
Sehenswertes
Die Gemäldegalerie folgt der Ordnung der Jahrhunderte. Im mittelalterlichen Teil stehen Tafeln des späten vierzehnten Jahrhunderts und abgenommene Fresken; dann der Saal der Renaissance mit Lotto und mit Vincenzo Pagani; danach das siebzehnte und achtzehnte Jahrhundert mit Altarbildern aus den Kirchen der Gegend. Eine Abteilung gilt einem Keramiker aus Recanati, mit Stücken, die von den Festen und Handwerken des Ortes erzählen.
Im archäologischen Geschoss liegen die Funde einer vorgeschichtlichen Siedlung, kurz vor der Stadt ausgegraben, und jene der Eisenzeit. In den Kellern der Villa dagegen befindet sich das Museum der Auswanderung aus den Marken, jenen gewidmet, die von diesen Hügeln seit dem neunzehnten Jahrhundert nach Amerika und nach Europa aufbrachen.
Der Besuch
Das Museum liegt in der Via Gregorio XII, zehn Minuten zu Fuß vom Zentrum Recanatis und vom Haus Leopardis; Einzelkarte oder Kombikarte mit den anderen Stadtmuseen, mit einem Ruhetag und kürzeren Zeiten außerhalb der Saison. Anderthalb Stunden.
Tipp der Redaktion
In der Verkündigung, während der Engel eintritt und Maria sich zu uns wendet, flieht mitten im Zimmer eine Katze mit gekrümmtem Rücken vor Schreck. Es ist das Unfeierlichste, was ein Maler in eine heilige Szene setzen konnte, und es erklärt in einer Sekunde, warum Lotto ein anderer Maler ist als die übrigen.
