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🏰 Burgen und Schlösser

Castello Carafa

📍 Ferrazzano, Molise · 42/100

Über dem Eingang, in einen Rahmen aus einheimischem Stein gefasst, sitzt noch das ursprüngliche Wappen der Carafa-Molise: rechts drei Hütchen zwischen zwei Balken, links das Zeichen der Porzia De Capoa, Gattin des Gerolamo. Es ist der Teil der Burg von Ferrazzano, den kein Umbau angetastet hat. Unter den flachen Segmentbogen gelangt man über eine kleine Steinbrücke, die Ende des 17. Jahrhunderts die hölzerne Zugbrücke ersetzte, als das Lehen dem Herzog Antonio Vitagliano gehörte, genannt der Ältere.

Sehenswertes

Die Anlage geht auf die Normannen zurück, doch was heute steht, verdankt sich einem Einsturz. Das Erdbeben von 1496 zerstörte die Festung, der Wiederaufbau zog sich von 1498 bis 1506 hin und war erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts abgeschlossen. Es ist das übliche Verfahren der Architekten des Cinquecento: aus einer harten, kargen mittelalterlichen Festung einen bewohnbaren Herrensitz machen, ohne die Verteidigung aufzugeben. Die beiden runden Ecktürme steigen mit geböschtem Fuß aus dem Boden auf, die Mauern messen rund 40 cm, früher führten Steinstufen hinauf. Der rechte Turm hat seinen Wehrgang verloren und trägt heute eine kleine Terrasse. Der andere, im Ort Turm des Giurato genannt, fällt sofort auf, auch wenn sein oberer Teil verändert wurde: Anfang des 20. Jahrhunderts baute man ihn zum Behälter für das Wasser des Sambuco um.

Tipp der Redaktion

Dem Hof gebühren mehr als die zwei Minuten, die er meist bekommt. Die Proportionen stammen aus der späten Renaissance, in der Mitte steht eine Zisterne, an den Wänden sitzen die Wappen der Adelsfamilien, die Ferrazzano als Baronie hielten: die gesamte Lehnsgeschichte des Ortes, in übereinanderliegenden Schilden zu lesen. Danach lohnt der Gang um die Südseite, wo die Burg über einem Steilhang steht und sich das Tal öffnet — genau deshalb wurde sie hier errichtet und nirgends sonst. Das Gemeindewappen zeigt folgerichtig eine Festung mit drei Türmen und den Wahlspruch Munita resistit. Auch der Herzogstitel ist nie erloschen: Der letzte Herzog von Ferrazzano, Antonio Moccia, gab ihn 2008 an seine Tochter Mathilde weiter, zusammen mit dem der Baronin von Sant'Angelo a Cupolo.

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