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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Maggiore

📍 Campobasso, Molise · 44/100

Gleich rechts vom Eingang liegt eine winzige Kapelle, und darin die Gegenstände, die Pater Pio gehörten: Er lebte zwischen 1905 und 1909 im Konvent neben dieser Kirche, als ihn noch niemand kannte. Das ist die Überraschung eines Baus, den man in Campobasso schlicht Madonna del Monte nennt und der sich an den Hügel unterhalb des Castello Monforte klammert.

Sehenswertes

Die Marienstatue ist der Grund, warum man hier heraufsteigt: Auf dem Sockel steht die Jahreszahl 1334, während die Gewänder aus dem 19. Jahrhundert stammen, angefertigt bei einer Restaurierung. Ringsum ziehen sich die Fresken von Amedeo Trivisonno — die Wunder der Madonna, die Rosenkranzgeheimnisse mit der Gloria Mariens und dem Sonnengesang in der Mitte, die Himmelfahrt Mariens — dazu Malereien von Leo Paglione. Der Hochaltar besteht aus buntem Marmor. Draußen zeigt die Fassade Stein aus Vinchiaturo, rohe Buckelquader ohne erkennbare Ordnung nebeneinandergesetzt: Der Putz darüber wurde erst 1980 abgenommen, bei den Arbeiten nach dem Erdbeben in der Irpinia.

Die Kirche diente den Burgherren als Privatkapelle und den Lehnsfamilien als Grablege, und das blieb sie bis ins 18. Jahrhundert. Ein vatikanisches Dokument führt sie schon 1241 unter den bestehenden Kirchen auf, als Friedrich II. den Justiziar des Molise, Andrea di Cicala, anwies, dem Klerus Güter abzunehmen: Dieser Kapelle wurde ein violettes Seidentuch im Wert von zwei Tarì genommen. Die erste sichere Nachricht stammt von 1354. Erdbeben zwangen sie mehrfach zum Wiederaufbau, und der Glockenturm erzählt davon besser als jede Chronik: Der viereckige Turm über der Fassade wurde 1911 abgebrochen, im selben Jahr der feierlichen Weihe, danach an der linken Flanke neu errichtet und schließlich kleiner an der Rückseite wiederholt. Anfang des 20. Jahrhunderts verlieh ihr ein päpstliches Dekret den Titel eines Heiligtums der Madonna del Monte; die mühsam von Bischof Felice Gianfelice erwirkte Rückkehr der Kapuziner brachte die Restaurierung durch Abele Valerio mit sich.

Tipp der Redaktion

Wenn möglich, kommen Sie am 31. Mai: Dann wird die Statue durch die Straßen getragen, und das Pflaster ist mit Blütenblättern zu Heiligenbildern ausgelegt. An allen anderen Tagen lohnt der Aufstieg zu Fuß aus der Unterstadt und ein Gang hinter die Apsis, die mit einem massiven Rundturm verwachsen ist: Er war einst über die heute verschwundene Porta Fredda mit der Mauer des Cola Monforte verbunden.

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