🖼️ Museen

Museo sannitico

📍 Campobasso, Molise · 52/100

Auf dem Schild steht Museo archeologico nazionale di Campobasso, doch in der Stadt sagt das niemand: Für alle bleibt es das Sannitico. Der Name geht auf 1881 zurück, als es zusammen mit der Provinzbibliothek „Pasquale Albino“ als samnitisches Provinzmuseum entstand; beide teilten sich ein Dach, das des Präfekturpalasts, und danach noch etliche weitere Adressen. Die Sammlungen stammen aus dem Gebiet des antiken Samnium, das ungefähr dem heutigen Molise entspricht; das Haus ist staatlich und untersteht heute der regionalen Museumsdirektion.

Sehenswertes

Die Bestände wuchsen aus Schenkungen antiquarischen Materials, die zu ganz verschiedenen Zeiten eintrafen. Das Gerüst der Ausstellung trägt noch die Handschrift von Antonio Sogliano, der die Funde 1889 nach Typen ordnete und in vier Gruppen aufstellte: „Die Menschen“, „Das Haus“, „Die Tätigkeiten“, „Die Kulte“. Diese Kerne blieben, wie er sie gedacht hatte; für später hinzugekommenes Material gilt ein gemischtes Prinzip, thematisch und chronologisch. Der Rundgang reicht von der Vorgeschichte bis ins frühe Mittelalter, mit deutlichem Übergewicht der römischen Zeit, und in den letzten Jahren kamen neue Säle für die jüngsten Grabungsfunde hinzu.

Am längsten im Gedächtnis bleibt vielen das Grab eines Reiters mit seinem Pferd aus der Gemarkung von Campochiaro: Jahrelang war es im Kellersaal rekonstruiert, in dieser Form ist es nicht mehr zu sehen. Es hängt sehr wahrscheinlich mit der bulgarischen Besiedlung der Ebene am Fuß des Matese zusammen, zwischen Saepinum und Bovianum, zu einer Zeit, als das langobardische Herzogtum Benevent das gesamte molisanische Gebiet beherrschte. Mehrere Säle sind für die Museumspädagogik eingerichtet.

Tipp der Redaktion

Man sollte wissen, dass dieses Haus unterwegs Stücke verloren hat, im Wortsinn: Bis in die Neunzigerjahre wechselte es mehrfach den Sitz, stets im Schlepptau der Bibliothek, und bei den Umzügen kam Material abhanden; im Zweiten Weltkrieg, als es in dem Gebäude der heutigen Handelsschule in der Via Vittorio Veneto untergebracht war, kamen Diebstähle dazu. Nach rund zwanzig Jahren Schließung öffnete es 1995 im Palazzo Mazzarotta aus dem 16. Jahrhundert wieder, und diesmal bleibt die Adresse. Der Palast lohnt einen eigenen Blick, noch vor den Vitrinen.

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