Die Pfarrkirche von San Maurizio Canavese ist nicht das älteste Gebäude des Orts, und sie entstand aus einer Verlagerung des Schwerpunkts. Der ursprüngliche Kern mit Burg und Pieve lag anderswo; als 1335 Markgräfin Margarete von Savoyen der Gemeinschaft das Land überließ, um eine neue befestigte Siedlung zu gründen, verlagerte sich das Leben dorthin, und der alte Kern begann sich zu leeren.
Sehenswertes
Die heutige Kirche wollten die Bruderschaften von Santa Croce und Corpus Domini und die Bevölkerung; sie ist heute Sitz der Pfarrei des heiligen Mauritius, des Märtyrers. Der Heilige ist der Anführer der Thebäischen Legion, jener, dem die Burgkapelle geweiht war: Das Patrozinium folgte den Menschen beim Umzug und ist der Faden, der den neuen Ort mit dem alten verbindet.
Der Besuch
Die Übergabe verlief langsam. Die Pieve versah die Pfarrfunktionen bis 1813, doch schon lange davor fanden die Gottesdienste immer häufiger in der neuen Kirche statt: Fast fünf Jahrhunderte lang hatte der Ort zwei Kirchen und ein Patrozinium, die Pfarrei formal auf der einen, die Praxis auf der anderen Seite.
Tipp der Redaktion
Es lohnt, beide Kirchen am selben Tag zu sehen, die Pfarrkirche im Zentrum und die Pieve außerhalb: Es ist dieselbe Gemeinschaft in zwei verschiedenen Momenten, und die Entfernung zwischen beiden sagt, wie weit der Ort sich verschoben hat. Nur so versteht man auch, warum die Altstadt von San Maurizio dort liegt, wo sie liegt.
