⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario di San Vito Martire

📍 Nole, Piemont · 37/100

Die Wallfahrtskirche San Vito Martire liegt außerhalb der Siedlung von Nole, an der Straße, die vom Wildbach Stura zum Ortskern führt. Am Anfang stand keine Kirche, sondern ein Votivpfeiler mit dem aufgemalten Bild des Heiligen, seit der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts bezeugt: Der Weg war stark begangen, und wer vorbeikam, hielt zum Gebet an. Zwischen dem späten sechzehnten und dem frühen siebzehnten Jahrhundert begann die Gemeinschaft, eine kleine Kapelle um das Bildstöckl zu bauen, und das ist der Kern, aus dem alles Übrige gewachsen ist.

Sehenswertes

Der ursprüngliche Pfeiler steht noch in der Mitte, doch das Fresko, das man heute sieht, stammt von 1648 und wurde vom ortsansässigen Maler Lorenzo Lega neu gemalt: in der Mitte der junge Märtyrer Vitus, an den Seiten die Apostel Petrus und Jakobus, darüber Christus und die Jungfrau, die ihn krönen und ihm Kreuz und Märtyrerpalme reichen. Neben dem Altar haben sich zwei ältere Fresken erhalten, wohl aus der Bauzeit der Kapelle, mit dem heiligen Antonius Abbas und dem heiligen Johannes Evangelist. Das Gewölbe der ersten Kirche wurde Mitte des siebzehnten Jahrhunderts mit einer Scheinarchitektur bemalt, die es zum Himmel hin aufreißt; in der Mitte dürfte der heilige Vitus in Glorie gestanden haben, heute verloren. In der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts kamen das Mittelschiff und die beiden Seitenkapellen hinzu. An der jüngst restaurierten Fassade stehen der heilige Vitus im Giebelfeld und in den beiden unteren Nischen der heilige Modestus und die heilige Crescentia, schon 1960 vom Maler Vincenzo Sebastiano da Levone überarbeitet.

Der Besuch

Da sie außerhalb des Ortes liegt, brauchte die Wallfahrtskirche stets jemanden, der sie hütete: Seit dem siebzehnten Jahrhundert gibt es neben der Kirche zwei Zimmer für den Einsiedler, den armit in der Mundart von Nole, von der Gemeinschaft dorthin gesetzt. Im neunzehnten Jahrhundert kamen die Galerie der Votivbilder hinzu, die zuvor unmittelbar im Chor an der freskierten Rückwand hingen, sowie die Sakristei hinter dem ursprünglichen Fresko. Die Innenrestaurierungen der letzten zwanzig Jahre haben die Ausstattung des Hochaltars aus dem achtzehnten Jahrhundert samt hölzernem Retabel wieder zum Vorschein gebracht, dann die der Wände und Gewölbe, bis hin zum Gewölbe des Chors aus dem siebzehnten Jahrhundert, 2012 abgeschlossen.

Tipp der Redaktion

Die Geschichte, die man beim Eintreten im Kopf haben sollte, ist die des Grafen Amedeo Cavalleri di Rivarossa. Am 14. Juni 1794 in einer Schlacht in den Seealpen verwundet, schrieb er seine Rettung der Fürsprache des heiligen Vitus zu; er kam hierher, zog sich als Einsiedler zurück und blieb bis zu seinem Tod 1837. In diesen vierzig Jahren erweiterte er das Haus neben der Kirche, legte den Garten und die Umfassungsmauer an, die in einer Exedra endet, und auf die Exedra ließ er malen, weshalb er hier war: sich selbst, in der Schlacht verwundet. Suchen Sie sie, bevor Sie die Kirche betreten. Es ist ein Votivbild von der Größe einer Mauer, in Auftrag gegeben von einem Mann, der über vierzig Jahre lang dankte.

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