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🏛️ Plätze und Altstädte

Piazza Statuto

📍 Torino, Piemont · 52/100

Das Denkmal in der Mitte des Platzes ist eine Pyramide aus riesigen Blöcken, und diese Blöcke sind der Fels, der aus dem Fréjus-Tunnel gebrochen wurde. Der Berg, der im Weg stand, wurde zum Denkmal dafür, dass man ihn aus dem Weg geräumt hat. Eingeweiht wurde es 1879, mit einem geflügelten Genius obenauf und gestürzten Titanen am Sockel: der Triumph der Vernunft über die rohe Gewalt, im positivistischen Geist jener Jahre.

Sehenswertes

Der Platz entstand aus einer falschen Wette. Als Turin Hauptstadt des jungen Königreichs Italien war, finanzierte eine Londoner Baufirma die Häuserblocks ringsum, im Vertrauen darauf, dass die Hauptstadt hierbliebe und Wohnungen für Militärs, Beamte und Politiker gebraucht würden. Die Hauptstadt ging stattdessen nach Florenz, und jene Entscheidung löste die Unruhen von 1864 aus, deren Schauplatz auch dieser eben erst entstandene Platz war. Die Gebäude musste die Stadt selbst fertigstellen und dann versteigern.

Der geflügelte Genius auf dem Denkmal trägt einen umgekehrten fünfzackigen Stern auf dem Haupt, und die Volksüberlieferung hat darin Luzifer gesehen: daher der Ruf des Platzes als Eckpunkt eines magischen Turin, samt Führungen. In der Grünfläche etwas weiter westlich steht dagegen ein kleiner Obelisk mit einem Astrolabium an der Spitze, die Guglia Beccaria, die mit Magie nichts zu tun hat: Sie markiert einen geodätischen Punkt, im achtzehnten Jahrhundert benutzt, um die Länge eines Meridianstücks zu messen. Unter den Arkaden des modernen Turms auf der Westseite erinnert eine Tafel an neun Partisanen, die 1944 zur Vergeltung erschossen wurden.

Der Besuch

Der Platz liegt am westlichen Rand der Altstadt, wo die Via Garibaldi, der antike römische Decumanus, auf den Corso Francia trifft. Er ist öffentlicher Raum, immer zugänglich, und ein Knoten von Straßenbahn- und Buslinien. Zwanzig Minuten.

Tipp der Redaktion

Stellen Sie sich neben den Obelisken und schauen Sie geradeaus den Corso Francia entlang nach Westen. Ganz hinten, in der Gemeinde Rivoli, steht ein Zwillingsobelisk: Beide markierten die Enden einer trigonometrischen Messung des achtzehnten Jahrhunderts. Diese kilometerlange Gerade liegt noch da, in Gestalt einer Straße, und wer Turin auf dieser Seite verlässt, fährt sie ab, ohne zu wissen, dass er in einer Rechnung unterwegs ist.

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