⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa dei Santi Pietro e Paolo

📍 Borgosesia, Piemont · 41/100

Die Pfarrkirche von Borgosesia steht an der Piazza Martiri, und vor ihr lag auf demselben Grund ein römisches Gräberfeld. Im Mittelalter zählte die Pieve der heiligen Petrus und Paulus viel: Bischof Carlo Bascapè nennt sie die Mutterkirche aller Kirchen des Tales, also jene, von der die übrigen abhingen. Der Bau, den man heute sieht, ist der Wiederaufbau des siebzehnten Jahrhunderts, mit dem im selben Jahrhundert umgestalteten Glockenturm.

Sehenswertes

Die Fassade blickt nach Westen und ist gestaffelt, von einem Gesims in zwei Register geteilt. Das untere, breitere, ionische hat in der Mitte einen vorspringenden Baukörper, den vier Halbsäulen gliedern, mit dem Hauptportal, Feldern und zwei Nischen, in denen die Statuen des heiligen Petrus und des heiligen Paulus stehen; auf den Flügeln liegen die alten Nebeneingänge, später vermauert. Darüber ein halbrundes Fenster und der Dreiecksgiebel. Der Glockenturm ist aus Stein, quadratisch im Grundriss, die Glockenstube öffnet auf jeder Seite eine Serliana unter einem achtteiligen Dach auf dem Tambour. Die klassizistische Fassade stammt von 1852: Für sie wurde der alte Portikus abgebrochen.

Der Besuch

Innen ist der Grundriss ein lateinisches Kreuz mit einem einzigen Schiff, an das sich die Seitenkapellen über Rundbögen öffnen und untereinander verbunden sind; die Wände tragen Pilaster, die die Rippen der Gewölbe stützen. Das Presbyterium liegt sechs Stufen höher und schließt in der halbrunden Apsis. Drei Werke lohnen die Suche: die Tafel von Bernardino Lanino von 1539 mit der Madonna und dem Kind zwischen den Heiligen Gaudentius, Christophorus, Johannes dem Täufer, Petrus und Paulus; die Fresken von Tarquinio Grassi von 1690; und die beiden Figuren der heiligen Apollonia und Lucia, Ende des siebzehnten Jahrhunderts geschnitzt.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie die Tafel Laninos mit der Jahreszahl im Sinn. 1539 lebte Gaudenzio Ferrari noch, und Lanino war in seiner Werkstatt gewesen: Im Valsesia liest man diese künstlerische Verwandtschaft überall, von den Sacri Monti bis zu den Pfarrkirchen der Talsohle, und hier fasst man sie in einer einzigen Tafel. Mit der Kirche verbindet den Ort auch Heiteres: Das Patronatsfest am 29. Juni ist sein großer Tag.

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