Die Wallfahrtskirche Sant'Anna steht auf der Anhöhe von Montrigone, dem alten Monte Rigone, wo sich im vierzehnten Jahrhundert noch eine Burg der Grafen von Biandrate erhob, später niedergerissen von einem Volksaufstand gegen die Lasten der Lehnsherren. Heute liegt die Anhöhe innerhalb von Borgosesia. Das Heiligtum entstand aus einem Gelübde während der Pest von 1629-1631, und errichtet hat es die Gemeinschaft des Ortes, angetrieben von einem Müller, Gian Battista Daij, genannt Paniga, der Organisation und Finanzierung persönlich auf sich nahm: Anfangs war es der Madonna delle Grazie, dem heiligen Rochus und dem heiligen Markus geweiht.
Sehenswertes
Der Anstieg zum Heiligtum führt zwischen Pinien hindurch und trifft auf vierzehn Bildstöcke, die Stationen des Kalvarienbergs, 1753 errichtet und vom Valsesianer Maler Lorenzo Peracino ausgemalt. Drinnen öffnen sich sechs Kapellen, jede zu einer Episode aus dem Leben der Jungfrau, bevölkert von insgesamt etwa 150 Figuren aus farbig gefasster Terrakotta; die Kuppel ist mit der Aufnahme Mariens geschmückt und wirkt wie eine Paradieskapelle, nach dem Vorbild jener am Sacro Monte von Crea. Weitere Gruppen stehen draußen, unter den Bögen und in Nischen, die in den Fels geschlagen sind: der tote Christus, die büßende Magdalena, Johannes der Täufer.
Der Besuch
Die Anlage wurde das Tor zum Sacro Monte von Varallo genannt, und die Bezeichnung sagt gut, was man vor sich hat: einen voralpinen Sacro Monte in verkleinertem Maßstab, aus derselben Familie wie jene, die zwischen dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert die Hügel zwischen Piemont und der Lombardei mit Figuren füllten. Der Entwurf der Kirche, im Aufbau sehr schlicht, stammt wahrscheinlich von Giovanni d'Enrico, dem großen Bildner, der in jenen Jahren in Varallo arbeitete; ihm wurden, mittlerweile achtzigjährig, die Figurengruppen jedenfalls anvertraut. Für den Auftrag zog er 1640 hierher, mit seiner Werkstatt, die sein Schüler und Partner Giacomo Ferro leitete und in der auch dessen Brüder Giovanni und Antonio arbeiteten.
Tipp der Redaktion
Halten Sie in den Kapellen der Verkündigung und der Heimsuchung inne. Die Figuren von Montrigone zeigen hier und da eine gewisse Rauheit, das Zeichen rasch und großenteils von der Werkstatt geleisteter Arbeit; doch in einigen Gesichtern und manchen Gesten wechselt die Eindringlichkeit unversehens den Ton, und man erkennt die Hand des Meisters und dahinter das, was Gaudenzio Ferrari im Valsesia hinterlassen hatte.
