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🏰 Burgen und Schlösser

Torre di Aranco

📍 Borgosesia, Piemont · 29/100

Der Torrione, für die Leute von Aranco der Triùn, ist die sichtbarste Spur der Grafen von Biandrate im unteren Valsesia. Es ist ein gedrungener, dunkler Bau von etwa fünfzehn Metern Höhe auf quadratischem Grundriss, aus Steinen der Sesia und Geröll vom Monte Aronne, errichtet um 1150 am Ufer des Flusses. Aranco, das um ihn herum gewachsen ist, erscheint als Auranchum in einer Urkunde vom 23. November 1217, als die Vertreter der Valsesia-Dörfer den Vercellesen einen Bürgerschaftsvertrag beschwören mussten; bis 1928 blieb es eine eigenständige Gemeinde.

Sehenswertes

Der Turm lässt sich ganz von außen lesen: quadratischer Grundriss, Mauerwerk aus Flusskieseln und lokalem Stein, wenige Öffnungen, kein Zugeständnis an Zierrat. Er war zuerst ein Nutzbau und erst dann ein Wehrbau. In Friedenszeiten diente er hervorragend als Steuerstelle und Zollamt für den Warenverkehr von einem Ufer der Sesia zum anderen; in Kriegszeiten war er Wachposten und kleine Festung und sicherte über viele Jahre die Bewohner von Aranco. Die beiden Aufgaben erklären seine Form: hoch genug, um den Flusslauf weit zu überblicken, massiv genug, um eine kurze Belagerung auszuhalten.

Der Besuch

Aranco ist kein Postkartendorf und gibt auch nicht vor, eines zu sein: Der Turm steht in einem Gefüge aus Häusern und Werkstätten und will gesucht werden. Um 1400 entstand im Ortsteil das Oratorium San Rocco in der Gegend des Vespino, wo die Straßen des Valsesia auf jene des Valsessera trafen: Dort kamen jedes Jahr viele Herden zur Schur zusammen und die Käufer aus dem Biellese, sodass Aranco als Wollmarkt des Tals galt. Zwischen 1880 und 1933 war der Ort Endstation der Dampfstraßenbahn, die von Vercelli heraufkam. Den Turm betrachtet man von der Straße aus: Er ist kein Museum und hat keine Öffnungszeiten.

Tipp der Redaktion

Die Schlachten, an die sich die Aranchesen erinnern, wurden nicht hier geschlagen, sondern am Bocchetto, dem Übergang zum Valsessera: 1377 gegen die Männer von Crevacuore und Guardabosone wegen alter Streitigkeiten um Grenzweiden, und 1617 zwischen piemontesischen Milizen und den spanischen Truppen des Don Sancho da Lima y Rosa. Beide Male gewannen die Valsesianer. Vor dem Triùn sollte man das im Kopf behalten: Das war keine Grenzburg, das war die Kontrolle über einen Übergang und einen Zoll in einem Tal, das sich selbst verteidigte.

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