Die Kollegiatkirche Sant'Agata ist die Pfarrkirche von Santhià und erhebt sich an der zentralen Piazza Roma, unweit des Rathauses. Sie steht dort, wo schon im zehnten Jahrhundert eine derselben Heiligen geweihte Pieve bestand, und daher kommt der Name des Orts: Santhià ist die Zusammenziehung von Sancta Agatha. Im Jahr 990 wählte Erzbischof Sigerich von Canterbury auf dem Rückweg von Rom entlang jener Straße, die seinen Namen trägt, diesen Ort als Etappe und notierte ihn in seinem Tagebuch als Sca Agath.
Sehenswertes
Vom romanischen Bau des zwölften Jahrhunderts blieben nur zwei Teile, und es sind die schönsten. Der Ziegelglockenturm ragt massig an der rechten Seite auf, mit kaum einem Zugeständnis an Zierrat: schmale Lisenen und Gesimsbänder aus Bogenfriesen. Unter dem Presbyterium öffnet sich die dem heiligen Stephanus geweihte Krypta, datierbar auf das zweite Viertel des zwölften Jahrhunderts: ein karger, strenger Raum mit Säulchen ohne verzierte Kapitelle und Kreuzgewölben mit kräftigen Rippen, der den Offizien des Chorherrenkollegs diente.
Der Besuch
Der Rest ist klassizistisch. Das heutige Aussehen verdankt sich dem Wiederaufbau von 1836 unter dem Architekten Giuseppe Talucchi, der basilikale Formen und einen dreischiffigen Grundriss wählte, geteilt von zwei Reihen großer Säulen. Außen eine große Vorhalle, von Luigi Hartmann mit religiösen Szenen ausgemalt; innen, am Mittelgewölbe, die Glorie der heiligen Agatha, 1862 von Paolo Emilio Morgari gemalt.
Tipp der Redaktion
Das Stück, das man nicht versäumen darf, steht in der dritten Kapelle des linken Schiffs: das Polyptychon Gerolamo Giovenones von 1531, in zehn Tafeln, von denen eine fehlt, weil sie gestohlen wurde. In der Mitte die Madonna mit Kind und die heilige Agatha; ringsum die Heiligen der örtlichen Frömmigkeit. Es war höchstwahrscheinlich das Retabel des Hochaltars der Kirche des sechzehnten Jahrhunderts und ist ein unmittelbares Zeugnis der Malerei der Renaissance im Vercelleser Raum. Bemerkenswert auch die Orgel der Serassi aus Bergamo von 1861.
