Die Burg San Genuario liegt im gleichnamigen Ortsteil von Crescentino, in einem Gebiet, das strategisch war, weil es die Grenze zwischen der Markgrafschaft Monferrato und den Ländereien des Bistums Vercelli markierte. Ihre Ursprünge hängen mit dem Benediktinerkloster zusammen, das 707 der langobardische Heerführer Gauderio gründete, die erste Klosteransiedlung der Gegend; 843 schenkte Kaiser Lothar I. der Abtei die Reliquien des heiligen Genuarius, und daher stammen die Namen des Dorfes und des Klosters.
Sehenswertes
Die Burg wirkt renaissancehaft, eher wie ein Adelssitz als wie eine Festung: ein quadratischer Hauptbau, an den sich ein Rundturm und Terrassen mit ghibellinischen Zinnen anlehnen. An allen Seiten des Mittelbaus laufen vorkragende Architekturelemente von beachtlicher Wirkung, und auch der Turm ist durch einen Kranz von Kragsteinen geschmückt.
Der Besuch
Der Erhaltungszustand ist gut, und das aus einem klaren Grund: Die Burg erlitt nie Kriegsschäden. Die zwischen 1998 und 2000 durchgeführte Restaurierung festigte die Strukturen und entfernte den größten Teil des Verputzes aus dem achtzehnten Jahrhundert, der nicht zum Bau passte.
Tipp der Redaktion
Die Burg entstand als Wache für eine Abtei, nicht als Wohnsitz. Giacomo Tizzoni, Herr von Crescentino, erhielt 1419 die päpstliche Erlaubnis, sie zum Schutz des Klosters zu errichten, wohl dort, wo eine 1319 zerstörte frühere Festung gestanden hatte. Die Tizzoni hielten sie bis 1592, danach ging sie von Familie zu Familie, bis sie im zwanzigsten Jahrhundert zum landwirtschaftlichen Betrieb der Garella wurde, mit neuen Bauten im Hof und im Krieg umgebauten Innenräumen für Vertriebene.
