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Monte San Calogero

📍 Sciacca, Sizilien · 50/100

Wenige Kilometer von Sciacca entfernt birgt der Monte Kronio — auch Monte San Calogero genannt — eine Seltenheit: natürliche Höhlen, aus denen heißer Dampf tritt, die berühmten «Öfen des San Calogero». Es sind Karsthöhlen, die seit der Antike zu Heilzwecken genutzt werden; der Sage nach hat Dädalus sie im Land der Sikaner gegraben. In der bekanntesten schwankt die Temperatur zwischen 36 und 42 Grad, und in den Wänden siehst du noch Sitze und gebohrte Löcher, in die man kranke Gliedmaßen schob.

Sehenswertes

Der Berg, rund 395 Meter hoch und heute Naturschutzgebiet, vereint drei Dinge auf einmal. Die Öfen zunächst: der wichtigste ist 9,4 Meter lang und wurde gegen Arthritis, Rheuma, Gicht und Ischias eingesetzt. Dann das Antiquarium von Monte Kronio, in den achtziger Jahren eingerichtet, das die Funde aus den Grabungen in den Höhlen sammelt. Und die Wallfahrtskirche San Calogero, 1530 erbaut und 1979 von Johannes Paul II. zur Basilica minor erhoben, die eine von Antonello Gagini geschaffene Statue des Heiligen bewahrt. Das alles auf einer Erhebung, die ein alter Vulkan sein könnte, wie die schwefligen Dämpfe und die nahe Insel Ferdinandea nahelegen.

Der Besuch

Die Höhlen des Kronio sind keine bloße Thermalkuriosität: 2012 fand man dort Gefäße aus der Kupferzeit, aus dem 4. Jahrtausend v. Chr., mit Spuren von Weinsäure — einer der ältesten Belege für Weinbereitung weltweit, sechstausend Jahre alt. Das Gelände, von der Denkmalbehörde von Agrigent verwaltet, erreichst du von Sciacca aus nach wenigen Kilometern bergauf.

Tipp der Redaktion

Bevor du wieder hinuntergehst, beug dich über einen der «Öfen»: der heiße Dampf, den du spürst, ist derselbe, der nach Ansicht der Alten Gicht und Rheuma heilte und diesen Berg lange vor den modernen Thermen zum Kurort machte. Ein Ort, an dem sich Geologie, Legende und Archäologie ständig überlagern.

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