⛪ Kirchen und Heiligtümer

cappella di San Giorgio dei Genovesi a Sciacca

📍 Sciacca, Sizilien · 50/100

1520 ließ eine Gemeinschaft genuesischer Kaufleute, die sich in Sciacca niedergelassen hatte, neben dem Kloster San Francesco d'Assisi eine Kapelle zu Ehren des heiligen Georg errichten. Über vier Jahrhunderte lang stand sie, bis 1952 eine Bauspekulation sie dem Erdboden gleichmachte, um Platz für ein Wohnhaus zu schaffen. Geblieben sind der Name eines Stadtviertels und ein paar Fragmente, die teils noch im Boden stecken.

Sehenswertes

Die Fassade aus dem 16. Jahrhundert war von seltener Eleganz: ein Pultdach mit nur einer Neigung, ein reich gearbeitetes Portal im katalanischen Stil und ein Rundfenster mit konzentrischen Profilringen, darüber ein schlankes blindes Spitzbogenfenster, flankiert von einem Band aus Hängebögen. Im Inneren bewahrte ein einziger Altar ein Gemälde eines unbekannten Meisters mit dem heiligen Georg und dem Drachen, das heute verschollen ist. Die Wände waren mit Majolikafliesen verkleidet, auf denen einige »Geschichten aus der Bibel« zu sehen waren, signiert von einem gewissen Maxierato: Diese Stücke wurden vor dem Abriss gerettet und werden im Istituto Statale d'Arte aufbewahrt. In der Kapelle ruhten die genuesischen Kaufleute, darunter der junge Francesco Russo, gestorben 1588, und Augusto Cunneo aus Savona, gestorben 1572, dessen Sarkophag ebenfalls erhalten blieb, zusammen mit den Fragmenten einer Grabtruhe mit dem Wappen der Familie Tagliavia.

Der Besuch

Die Kapelle gibt es nicht mehr. Sie stand an der Ecke von Via Figuli und Via Agatocle, nördlich der Kirche, außerhalb der Mauern und gegenüber dem alten Stadttor Porta Bagni, im Viertel der Majolikahersteller von Sciacca, die man »quartarari« nannte. Auf ihrem Grundriss erhebt sich heute ein mehrstöckiges Gebäude, während einige Reste nur teilweise aus dem Boden ragen. Was überdauert hat — die Majoliken von Maxierato, der Sarkophag des Cunneo und die Tagliavia-Fragmente —, siehst du dagegen im Istituto Statale d'Arte, wohin man sie in Sicherheit brachte.

Tipp der Redaktion

Wenn du wirklich verstehen willst, was Sciacca verloren hat, geh ins Istituto Statale d'Arte: Die »Geschichten aus der Bibel« von Maxierato und die Fragmente der genuesischen Gräber sind alles, was von einer Gemeinschaft blieb, die einem ganzen Stadtviertel ihren Namen gab. Ein Blick auf die Ecke Via Figuli und Via Agatocle rundet das Bild ab, zwischen dem, was war, und dem, was heute dort steht.

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