Der eigenartige Name geht auf eine Zwergpalme zurück, die giummara, die auf diesen Höhen über Sciacca wild wächst. Die Geschichte der Kirche reicht aber viel weiter zurück: Sie entstand in normannischer Zeit als basilianisches Kloster und wurde von Judith von Hauteville neu gegründet, der Tochter des Großgrafen Roger und Herrin von Sciacca von 1100 bis 1136, die hier Klausurnonnen und Cluniazensermönche von jenseits der Alpen ansiedelte. Ihr Priorat war das einzige des Ordens von Cluny in ganz Süditalien.
Sehenswertes
Vom langen Leben der Anlage sind Schichten aus Jahrhunderten geblieben: der katalanisch-gotische Bau, ab 1530 umgestaltet, die Stuckarbeiten und der barocke Dekor von 1763, ausgeführt vom Palermitaner Angelo Firriolo aus der Werkstatt der Serpotta. Im Inneren hängt die Himmelfahrt Mariens, die Mariano Rossi zwischen 1767 und 1768 gemalt hat. Die Geschichte des Klosters ist bewegt: 1619 brachte man die Nonnen aus Angst vor den Überfällen türkischer Piraten in die sicherere Badia Grande innerhalb der Mauern; sie kehrten erst 1622 zurück, nachdem das Kloster mit starken Mauern umgeben worden war.
Der Besuch
Die Anlage, die neben der mächtigen Burg der De Luna steht, wäre beinahe verschwunden: Im 19. Jahrhundert riss man einen Teil ab, um ein Elektrizitätswerk daraus zu machen, ein anderer diente als Kaserne. Gerettet wurden die Kirche und ein Großteil der Gebäude von Pater Michele Arena, der hier seine Waisenkinder unterbrachte.
Tipp der Redaktion
Sieh dir die Kirche zusammen mit der Burg an, die über ihr aufragt: Kirche und Festung erzählen dasselbe normannische und aragonesische Sciacca. Und denk daran, dass du vor dem einzigen Cluniazenserpriorat Süditaliens stehst – einem Stück der großen Abtei von Cluny, das bis hierher gelangt ist, ans Meer Siziliens.
