Die Kirche der Anime Purganti, einst Oratorium der Armen Seelen im Fegefeuer, steht im Herzen des alten Pozzo di Gotto, angebaut an den alten Dom San Vito. Das Oratorium wurde am 16. Dezember 1663 auf Gebäuden und Grundstücken gegründet, die der Priester Mario Catalfamo schenkte und auf denen schon eine 1658 von Diego Fiorello errichtete Kapelle der Armen Seelen stand. Hier haben zwei Bruderschaften ihren Sitz: die des Fegefeuers, am selben Tag wie das Oratorium entstanden, und die des Allerheiligsten Sakraments, gegründet am 18. April 1715.
Sehenswertes
Die Kirche hat ein einziges tonnengewölbtes Schiff. Die Wände des Presbyteriums schmücken barocke Stuckarbeiten im Stil Serpottas mit lebensgroßen weiblichen Heiligen, darunter Agatha und Barbara mit dem Turm. Der Hochaltar hat ein Antependium mit Marmoreinlagen und einen Tabernakel in Form eines kleinen Säulentempels; der große vergoldete Rahmen, der heute ein Kruzifix umschließt, enthielt wohl das gestohlene Gemälde der Dreifaltigkeit mit den Armen Seelen von Pietro Cannata. An den Wänden hängen eine Himmelfahrt Christi und eine Himmelfahrt Mariens aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, dazu geschnitzte Holzgestühle.
Im rechten Bogen steht der Altar des heiligen Vitus mit der Holzstatue des Märtyrers; links öffnet sich die Kapelle des Kruzifixes mit einem hölzernen Kruzifix des 17. Jahrhunderts. Hier werden auch der gegeißelte Christus und die Schmerzensmutter aus Pappmaché aufbewahrt, die am Karfreitag auf die Prozessionswagen gesetzt werden.
Der Besuch
Unter dem Fußboden liegt eine Krypta, kürzlich von der Denkmalbehörde restauriert und zugänglich. Öffnungszeiten sind bei der Pfarrei zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Am 15. Juni, dem Fest des heiligen Vitus, beginnen die Feiern im Dom Santa Maria Assunta und enden in dieser Kirche; am 15. September wird hier der Schmerzensmutter gedacht.






