Die Basilika San Sebastiano, auch Dom von Barcellona Pozzo di Gotto genannt, steht an der Piazza Duomo mit der Fassade zur Via Roma. Sie ist die größte Kirche der Stadt und in der Provinz nur kleiner als der Dom von Messina; Papst Johannes Paul II. erhob sie zur Basilica minor. Die Verehrung des heiligen Sebastian, Schutzpatron gegen die Pest, setzte sich im Dorf Barcellona um 1500 durch und verdrängte den älteren Patron Nikolaus. Eine Kirche des Heiligen ist 1592 belegt, der alte Dom entstand zwischen 1595 und 1606.
Sehenswertes
Nach der Vereinigung von Barcellona und Pozzo di Gotto 1836 brauchte man eine größere Kirche, und das Erdbeben von 1908 machte den alten Dom unbrauchbar; er wurde mit der Kirche der Agonizzanti und anderen Gebäuden abgerissen, um die Via Roma zum Bahnhof anzulegen. Die neue Kirche entstand 1932 bis 1935 unter Leitung des Ingenieurs Francesco Barbaro, mit der Firma Fratelli Cardillo, die schon am Sacrario di Cristo Re in Messina gearbeitet hatte, und wurde 1936 eingeweiht. Die Fassade erinnert an Sant'Andrea della Valle in Rom, die Kuppel an die von Juvarra in Superga; in den Nischen stehen die Heiligen Petrus, Paulus, Franz von Assisi und Katharina von Siena von Domenico Farina.
Das Innere ist ein lateinisches Kreuz mit drei Schiffen, das mittlere 25 Meter lang, 16 breit und 23 hoch. Viele Altäre stammen aus dem alten Dom: der der Madonna degli Agonizzanti mit dem Altarbild von Filippo Jannelli, der des heiligen Josef und der der Madonna delle Grazie, der Stadtpatronin. Im Querhaus steht die hölzerne Statue des heiligen Sebastian aus dem 18. Jahrhundert, die in Prozession getragen wird, dazu ein Gemälde des 17. Jahrhunderts zum Leben des heiligen Christophorus und eine Madonna mit Kind und Franziskus von Gaspare Camarda von 1606.
Der Besuch
An der Eingangswand malte Gino Colapietro 1997 die Schöpfung, den Sündenfall, die Gesetzestafeln und die Taufe im Jordan. Messzeiten und Öffnungen sind bei der Pfarrei zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Im nördlichen Querhaus lohnt der Blick auf den wunderbaren Fischfang, 1994 von Colapietro gemalt: Die Figuren tragen die Gesichter von Bürgern aus Barcellona, darunter ist der damalige Erzpriester zu erkennen.







