Um ihn zu bauen, ließ Filippo Strozzi fünfzehn Gebäude abreißen, und davor wartete er dreißig Jahre: Die Familie, Feindin der Medici, war seit 1434 im Exil und kehrte 1466 dank des Vermögens nach Florenz zurück, das Filippo als Bankier in Neapel gemacht hatte. Er wollte den größten Privatpalast, den die Stadt je gesehen hatte, größer als der der Medici, und die Astrologen wählten den Tag für den Grundstein: den 6. August 1489. Filippo starb zwei Jahre später, 1491, ohne ihn über das Erdgeschoss hinaus wachsen zu sehen.
Sehenswertes
Der Palast ist ein auf vier Seiten freistehender Steinwürfel, eine Seltenheit in Florenz, mit drei identischen Portalen zur Via Strozzi, zur Piazza Strozzi und zur Via Tornabuoni. Die Rustika wird Stockwerk für Stockwerk nach oben flacher, die Doppelfenster haben Keilsteine, die sich zum Schlussstein hin verlängern, und das alles krönende Gesims stammt von Simone del Pollaiolo, genannt il Cronaca, der die Baustelle bis 1504 leitete und auch den Arkadenhof entwarf. Das Holzmodell von Giuliano da Sangallo, als Leihgabe aus dem Bargello zurückgekehrt, ist im Inneren ausgestellt.
An den Ecken und entlang der Fassaden achten Sie auf die Schmiedearbeiten: Laternen, Fackelhalter, Ringe zum Anbinden der Pferde, Werke des Schmieds Niccolò Grosso, genannt il Caparra, schon im sechzehnten Jahrhundert berühmt. Die Arbeiten endeten 1538, als Filippo Strozzi der Jüngere, nach Montemurlo Gefangener der Medici, sich das Leben nahm; Cosimo I. beschlagnahmte den Palast im selben Jahr, und die Südfassade sowie die Hälfte des Gesimses zur Via Tornabuoni blieben unvollendet.
Der Besuch
Die Strozzi behielten ihn bis 1937, dann ging er an die Versicherung INA und schließlich an den Staat und die Stadt. Heute sind das Piano nobile und die Kellerräume, die Strozzina, die Säle der Fondazione Palazzo Strozzi, die hier die großen Ausstellungen alter und zeitgenössischer Kunst der Stadt veranstaltet: Man kommt nur mit dem Ticket der laufenden Schau hinein. Der Hof dagegen ist für alle offen, mit einem Café, und beherbergt oft Installationen.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie vor dem Eintreten um den Block, und setzen Sie sich zwischendurch auf die Straßenbank, die an drei Seiten entlangläuft: Nur so begreift man den Maßstab des Palastes und sieht, wo die Rustika aufhört. Suchen Sie dann die Ecklaterne des Caparra: Sie allein ist ein Foto wert.
