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🏰 Burgen und Schlösser

Villa medicea di Careggi

📍 Firenze, Toskana · 68/100

Die florentinische Renaissance hat eine Adresse, und es ist diese: die Villa, die Giovanni di Bicci 1417 auf dem Hügel von Careggi kaufte, die Michelozzo für Cosimo den Alten umbaute, wobei er den Zinnenumgang der Burg behielt und die Loggien zum Garten öffnete, und in der Cosimo 1459 die Platonische Akademie mit Marsilio Ficino gründete, dem Mann, der im Häuschen nebenan Platon ins Lateinische übersetzte. Lorenzo der Prächtige wurde hier geboren und starb hier, 1492, mit Poliziano und Pico della Mirandola um das Bett; hier diskutierte man über Seele und Liebe, während die Bank in der Stadt Geld machte. Dann ein Brand, Kardinal Carlo de' Medici, der sie barock umbaute, ein Engländer, der im neunzehnten Jahrhundert Zedern und Mammutbäume pflanzte, und heute die Region Toskana und das Welterbe.

Sehenswertes

Von außen der Übergang von der Burg zur Villa: die Mauern mit dem Umgang auf Konsolen, der Michelozzo mehr als Zitat denn als Verteidigung diente, und die zwei niedrigen Flügel zum Garten mit den dreibogigen Loggien, die erste Öffnung des befestigten Palastes zur Landschaft. Innen der Hof, der Kamin von 1465 im Saal des ersten Stocks, die Giuliano da Sangallo zugeschriebene Aussichtsloggia und die Säle, die Kardinal Carlo im siebzehnten Jahrhundert mit den Geschichten des Befreiten Jerusalem freskierte, die Grotesken der Loggia und das Studiolo mit der kleinen Grotte.

Der Garten ist das eigentliche Museum: die ummauerte Anlage nach alter Art, der Weg aus farbigen Kieseln der Parigi mit den zwei steinernen Zwergen, die Terrassen, die Lorenzo erweiterte, und seit dem neunzehnten Jahrhundert das Arboretum von Francis Sloane mit den Libanonzedern, den Mammutbäumen und den Palmen, die ihm die Luft eines in die Toskana gefallenen englischen Parks geben. Von hier senkt sich der Blick auf Florenz, wie die Akademiker es nach dem Abendessen sahen.

Der Besuch

Die Villa liegt in der Via Pieraccini im Viertel Careggi, neben dem gleichnamigen Krankenhaus, eine halbe Stunde mit dem Bus vom Bahnhof. Sie gehört der Region und war lange wegen einer großen Restaurierung geschlossen, mit Öffnungen in Etappen, Führungen und Sondertagen: Prüfen Sie vor dem Aufstieg, denn Garten und Säle sind nicht immer zusammen zugänglich. Seit 2013 gehört sie zur UNESCO-Stätte der Medici-Villen.

Tipp der Redaktion

Wenn Sie einen Öffnungstag finden, fragen Sie nach dem Saal im ersten Stock mit dem Kamin: Es ist der Raum, in dem der Überlieferung nach der sterbende Lorenzo Savonarola empfing, der ging, ohne ihm die Absolution zu erteilen. Und bevor Sie gehen, schauen Sie zum Hügel gegenüber, Richtung Fiesole: Die Villa Le Fontanelle, in der Ficino schrieb, steht noch, und dazwischen liegen die Felder, die die Philosophen ernährten.

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