Ende des achtzehnten Jahrhunderts wollte Bettona, dass seine Hauptkirche Kollegiatstift werde, also ein Kanonikerkapitel erhalte. Um das zu bezahlen, verkaufte der Ort einige Landkirchen und den Besitz einiger Bruderschaften: Er kaufte sich das Ansehen seiner Mitte, indem er den eigenen Rand liquidierte. So etwas liest man in den Urkunden einer Kirche und nie auf den Schildern.
Sehenswertes
Die Kirche steht am Hauptplatz, gegenüber dem Oratorium Sant'Andrea und wenige Schritte vom Palazzo del Podestà. Der Legende nach erhob sich der erste Bau dort, wo der heilige Crispolto, heute Patron von Bettona, ein Wunder gewirkt hatte. Der Bau des dreizehnten Jahrhunderts hatte einen griechischen Kreuzgrundriss in gotischen Formen, und davon blieb nur die der heiligen Rita geweihte Kapelle.
Die Überlieferung setzt die Weihe auf 1225 an, im Beisein dreier Bischöfe, jener von Assisi, Foligno und Perugia: für ein Hügelstädtchen ein Ereignis. Doch vom Mittelalterlichen ist fast nichts geblieben: Das heutige Aussehen ist klassizistisch und stammt von den Arbeiten der ersten Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts nach dem Entwurf des Architekten Giovanni Cerrini.
Der Besuch
Die Kirche liegt an der Piazza Cavour, in der Altstadt von Bettona, eine halbe Stunde von Perugia und von Assisi; sie ist Pfarrkirche und öffnet zu den Gottesdiensten. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie die Urne mit den Gebeinen des heiligen Crispolto und denken Sie daran, dass sie hier nur zu Gast ist. Der Patron lag in seiner eigenen Kirche, die das Erdbeben von 2017 einsturzgefährdet machte, und seither ist er Gast der Pfarrkirche. Halb Mittelitalien funktioniert so: Wollen Sie wissen, wo ein Beben zuschlug, schauen Sie, wohin die Gegenstände gewandert sind.
