Klara starb in San Damiano, außerhalb der Mauern, im Kloster, in dem sie vierzig Jahre gelebt hatte; aber Assisi wollte sie drinnen und baute ihr in vier Jahren, ab 1257, diese Kirche um das alte San Giorgio herum, die Schule, in der Franziskus lesen gelernt hatte und wo sein Leib vor der Basilika aufbewahrt worden war. Man weihte sie 1265, rosa und weiß gestreift wie der Stein des Subasio, gotisch wie die Oberkirche, aber kahler, und mit drei riesigen Strebebögen an der Flanke, die sie über dem Tal aufrecht halten. Die Klarissen des ersten Klosters, in Klausur, sind noch dahinter.
Sehenswertes
Zuerst das Kruzifix von San Damiano: das echte, die gemalte Tafel des zwölften Jahrhunderts, die zu Franziskus sprach und ihm sagte, er solle sein Haus wiederherstellen, von den Nonnen hierher gebracht, als sie San Damiano verließen; es steht im Oratorium rechts, und davor steht immer jemand, der sich nicht rührt. In derselben Kapelle San Giorgio die Fresken von Pace di Bartolo und Puccio Capanna und hinter dem Gitter die Reliquien: Klaras Kutte und Mantel, ihr Haar, eine Sandale und eine Kutte des Franziskus, die Diakonsalbe, die sie ihm bestickte.
Im rechten Querschiff die Tafel des Meisters von Santa Chiara, von 1283, mit der stehenden Heiligen und acht Geschichten ihres Lebens ringsum, das erste bekannte Porträt, dreißig Jahre nach ihrem Tod von jemandem gemalt, der sie gesehen haben könnte; in den Gewölbekappen über dem Altar die Fresken mit den Paaren heiliger Frauen auf Gold. Dann steigt man in die neugotisch umgestaltete Krypta hinab, wo man hinter einem Gitter den Leib Klaras sieht, 1850 nach sechs Jahrhunderten unter dem Altar gefunden, mit unversehrtem Skelett, und daneben den der Agnes, der Schwester, die ihr folgte. Draußen ist der Platz ein Balkon über dem Tal von Spoleto, mit der Basilika San Francesco am Ende.
Der Besuch
Die Basilika liegt an der Piazza Santa Chiara im oberen Teil der Stadt, zehn Gehminuten von San Francesco den Corso entlang; Eintritt frei, zu Kirchenzeiten mit Mittagsschließung, Stille erbeten und angemessene Kleidung. Kruzifix und Krypta sind zu den Öffnungszeiten immer zu sehen. Eine halbe Stunde, mehr am Festtag, dem elften August, wenn Assisi sich für sie schmückt.
Tipp der Redaktion
Machen Sie zuerst San Damiano, einen Kilometer unterhalb der Mauern, in einem Olivenhain: Dort lebte Klara, dort stand das Kruzifix, und die leere Nische zu sehen und dann hier heraufzusteigen, um es zu finden, ist die richtige Reihenfolge. Dann betrachten Sie in der Krypta den steinernen Sarkophag über dem kleinen Schrein, den man über eine Treppe erreicht: Es ist das Grab, in dem sie sechs Jahrhunderte lag, ohne dass jemand wusste, wo.
