Es ist die einzige Brücke Venedigs mit Fialen: vier steinerne Spitzen am Fuß der Handläufe, die ihr den Namen gaben. Sie waren nicht immer da. Eine Brücke stand hier schon 1285, aus Holz; 1580 wurde sie in Stein erneuert, wie die Inschriften an den Brüstungen sagen; und erst beim Wiederaufbau von 1823 kamen die Spitzen dazu, ein Detail des neunzehnten Jahrhunderts auf einer viel älteren Struktur.
Sehenswertes
Die Brücke überspannt den Cannaregio-Kanal, die breiteste Wasserstraße der Stadt nach dem Canal Grande, und liegt auf dem Weg, den alle vom Bahnhof aus nehmen. Unter dem Bogen und an den Flanken sitzen Fratzen und geschnittene Köpfe, die man nur richtig sieht, wenn man mit dem Boot darunter fährt oder sich über die Brüstung beugt.
Von der Brücke hinunter sieht man die Uferwege am Kanal, die schwimmenden Märkte, die im Sommer Obst und Gemüse von Booten verkaufen, und den Verkehr der Lastkähne. Bei einer Restaurierung am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts kam eine seitliche Rampe mit Handlauf hinzu: eine der wenigen venezianischen Brücken, die man auf Rädern hinaufkommt.
Der Besuch
Die Brücke liegt in Cannaregio, fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof Santa Lucia auf dem Hauptweg Richtung Rialto; sie ist immer offen und kostenlos. Zehn Minuten.
Tipp der Redaktion
Gleich hinter der Brücke öffnet sich rechts ein enger Durchgang: Es ist der Eingang zum Ghetto, dem ersten geschlossenen jüdischen Viertel Europas, und die meisten, die mit dem Koffer über diese Brücke ziehen, wissen nicht, dass es dreißig Meter entfernt liegt. Machen Sie diesen Umweg, bevor Sie weiter zum Rialto gehen.
