🏰 Burgen und Schlösser

Castello di Saint-Pierre

📍 Saint-Pierre, Aostatal · 59/100

Die märchenhafte Silhouette, die auf allen Postkarten erscheint, ist kaum älter als ein Jahrhundert: Die vier runden Türmchen an den Ecken des Bergfrieds ließ der Architekt Camillo Boggio nach 1873 anfügen, als Baron Emanuele Bollati die verfallene Burg kaufte und daraus einen Sommersitz machen wollte. Darunter steckt eine der ältesten Burgen des Aostatals, erstmals in einer Urkunde von 1191 genannt.

Sehenswertes

Die Burg thront auf einem Sporn aus Marmorfels über der Staatsstraße 26 und über dem Ort. Von außen wirkt sie wie ein einziger Bau, besteht aber aus Teilen verschiedener Jahrhunderte: Die beiden älteren Türme gehen auf die De Sancto Petro zurück, die Familie, die ihr den Namen gab, während den quadratischen Mittelturm Boggio mit den durch einen Bogengang verbundenen Türmchen krönte. Am Fuß des Sporns stehen die 1872 auf den Fundamenten früherer Kirchen neu erbaute Pfarrkirche und der romanische Glockenturm des 12. Jahrhunderts mit seinen Zwei- und Dreibogenfenstern.

Der Besuch

Seit 1985 beherbergt die Burg das regionale Naturkundemuseum Efisio Noussan und gehört der Gemeinde. Lange war sie geschlossen, von 2008 bis 2022, für die Sicherung des Baus und die Neugestaltung des Rundgangs; die neue Ausstellung wurde am 25. November 2022 eröffnet. Vor den Bollati war die Burg von den Herren von Quart an die Savoyer und die Challant übergegangen und 1600 an die Roncas, die sie unter Pierre-Philibert zu einem prunkvollen Wohnsitz machten.

Tipp der Redaktion

1980 widmete ihr die italienische Post eine 900-Lire-Marke der Reihe Castelli d'Italia: Schneller versteht man kaum, wie sehr diese Silhouette zum italienischen Bildgedächtnis gehört. Ein Blick talwärts lohnt ebenfalls: Von hier oben sieht man die Burg Sarriod de la Tour auf der anderen Seite des Ortes.

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Castello di Saint-Pierre

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