Hunderte Steinbockhörner bedecken die Wände der Trophäengalerie: Umberto I. ließ sie anbringen, und sie erklären auf einen Blick, was diese Burg für das Haus Savoyen war. Viktor Emanuel II. kaufte sie 1869 und nahm den Titel eines Grafen von Sarre an; von hier brach er zu den Jagden in Cogne, Valsavarenche und Rhêmes auf, den Tälern des heutigen Nationalparks Gran Paradiso.
Sehenswertes
Der lange, wuchtige Bau steht auf einem terrassierten Hügel über der Autobahn zum Mont Blanc, in der Mitte der hohe Zinnenturm mit Kreuzfenstern, den der König erhöhen ließ. Im Erdgeschoss erzählt eine Dauerausstellung von den Savoyern; im ersten Stock ist die Königliche Wohnung mit Stoffen ausgestattet, die nach den in Turin verwahrten Inventaren von 1890 nachgewebt wurden, und von dort betritt man die Trophäengalerie mit den Hörnern und den gemalten Blumendekors. Das zweite Geschoss zeigt die Räume so, wie Umberto II. und Maria José sie nutzten. Innerhalb der Mauern stehen außerdem die kleine einschiffige Königskapelle und die Stallungen Viktor Emanuels II.
Der Besuch
Öffentlich zugänglich ist die Burg seit der Restaurierung nach 1989, als der Staat sie der Region übergab; bis 1972 hatte sie den Savoyern gehört. Die Geschichte reicht weiter zurück: Schon im 13. Jahrhundert stand hier ein Wehrhaus, und 1242 trafen sich darin Amadeus IV. und Gotofredo I. von Challant, um den Aufstand des Ugo di Bard zu bekämpfen. Das heutige Aussehen stammt von 1708, als der durch Heereslieferungen und die Kupfergruben von Ollomont reich gewordene Unternehmer Jean-François Ferrod d'Arvier alles neu bauen ließ und nur den Turm verschonte.
Tipp der Redaktion
Königin Margherita schlief hier einen einzigen Sommer, 1880, und ließ sich danach in Gressoney ein eigenes Schloss bauen: Ein Blick in die Trophäengalerie erklärt, warum. Das zweite Geschoss hebt man sich für den Schluss auf, es ist der häuslichste Teil.
