🏺 Archäologische Stätten

Metaponto

📍 Bernalda, Basilikata · 74/100

Pythagoras wählte Metapont, um dort zu sterben, und die Metapontiner machten aus seinem Haus einen Tempel: So viel galt diese Stadt der Magna Graecia zwischen den Mündungen von Bradano und Basento, um 700 vor Christus von achäischen Kolonisten auf Einladung von Sybaris gegründet, das Tarent nicht an dieser Küste haben wollte. Getreide machte sie reich, die Gerstenähre kam auf ihre Münzen. Heute liegt der archäologische Park zwei Kilometer vom Meer, im Ortsteil von Bernalda, der seinen Namen von der antiken Stadt hat, mitten in einer Ebene aus Gemüsefeldern und Obstgärten, die schon damals ihr Schatz war.

Sehenswertes

Der Stadtpark bewahrt den heiligen Bezirk und die Agora einer Stadt, die sich innerhalb der Mauern über 144 Hektar erstreckte. Vom Heratempel, dem größten, sind die Fundamente und dorische Säulentrommeln aus der Mitte des sechsten Jahrhunderts erhalten; daneben der Tempel des Apollon Lykeios, das Heiligtum der Athena auf einem Sockel aus Kalksteinblöcken und der ionische Aphroditetempel von etwa 470, einer von nur fünf ionischen Tempeln im ganzen griechischen Italien. Vor den Eingängen sieht man noch die Altäre. Jenseits der Mauer des heiligen Bezirks wurde das Theater über dem Ekklesiasterion errichtet, einem kreisförmigen Erdwall, auf dem sich die Bürger schon im siebten Jahrhundert versammelten: einer der ältesten Versammlungsorte der griechischen Welt.

Drei Kilometer entfernt, an der Straße nach Tarent, sind die Tavole Palatine das außerstädtische Heiligtum der Hera, das die Grenze der Stadt markierte: fünfzehn noch stehende dorische Säulen, ringsum die Basilikata und der Wind vom Meer, das Bild von Metapont, das alle kennen. Im Nationalen Archäologischen Museum an der Staatsstraße liegen die Grabbeigaben der Nekropolen, die Antefixe der Tempel und die Münzen mit der Ähre.

Der Besuch

Der Stadtpark, die Tavole Palatine und das Museum sind drei voneinander entfernte Orte, alle nahe der Küstenstraße SS 106 Jonica: Man braucht ein Auto oder den Zug bis zum Bahnhof Metaponto und dann ein Taxi. Im Sommer besucht man sie früh am Morgen oder bei Sonnenuntergang, denn die Ebene bietet keinen Schatten. Der Lido von Metaponto mit seinem breiten Strand und den Pinien ist wenige Minuten entfernt.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie zuerst ins Museum, denn die Reste in der Ebene lassen sich nach den Rekonstruktionen besser lesen; dann das Stadtgebiet und zuletzt die Tavole Palatine, die bei Sonnenuntergang etwas ganz anderes sind. Hannibal führte 207 vor Christus alle Einwohner fort, um sie vor Rom zu retten: Die Stadt erholte sich nie mehr, und die Stille von heute beginnt dort.

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