🌋 Natur und Aussichten

riserva naturale orientata Bosco Pantano di Policoro

📍 Rotondella, Basilikata · 42/100

1931 maß der Auwald hinter der ionischen Küste 1600 Hektar. Heute sind noch 680 übrig, aufgezehrt von menschlicher Nutzung und von der Dürre. Der Bosco Pantano ist das, was von einem der bedeutendsten Tieflandwälder Süditaliens geblieben ist, einst geteilt in die beiden Kerne Pantano soprano und Pantano sottano. Das Naturschutzgebiet kam spät, mit dem Regionalgesetz Nr. 28 vom 8. September 1999: 500 Hektar auf dem Gebiet von Policoro und Rotondella, von denen 21 die WWF-Oase Policoro Herakleia bilden.

Sehenswertes

Die Landschaft wechselt zwischen zwei Registern. Da ist der Sumpf selbst, stehendes Wasser und Schilf, und da ist der Wald mit Schwarzerle, Esche, Silberpappel, Zerreiche und Feldahorn, darunter Lorbeer, Weißdorn, Holzapfel und Hartriegel. Näher am Meer ändert sich die Vegetation erneut: Strandlilie, Meerfenchel, Strandwolfsmilch und Meersenf im Sand, dann das Gebüsch aus Mastixstrauch, Myrte, Rosmarin und Stechwacholder. Süßholz, jene Glycyrrhiza glabra, aus der die Lakritzstangen entstehen, wächst hier wild.

Der Sumpf ist eine Raststation für Zugvögel: rund 170 Vogelarten wurden gezählt, darunter Löffler, Großer Brachvogel, Seidenreiher und Silberreiher, bei den Greifvögeln Rohrweihe, Rotmilan, Schleiereule und Waldkauz. An den Kanälen fischt der Eisvogel, und seit einigen Jahren ist der Fischotter zurück. Im Wald leben über 2000 Arten: Steinmarder, Baummarder und Dachs unter den Säugetieren, Vierstreifennatter und Zornnatter unter den Reptilien, und der seltene Bockkäfer Rosalia alpina — seinetwegen wurde das Gebiet als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung und als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die hier erfassten Käfer machen 20% aller italienischen Arten aus.

Der Besuch

Ausgangspunkt ist das Besucherzentrum der Oase an der Piazza Siris 1 in Policoro, wo der WWF auch eine Auffangstation für Wildtiere betreibt: versorgt werden auf See geborgene Meeresschildkröten der Art Caretta caretta und Landschildkröten, und meist sieht man sie als Erstes. Von dort führen die Wege in den Wald und hinaus zum Sumpf. Die Seite von Rotondella liegt zur Mündung des Sinni hin, die dem Schutzgebiet den vollen Namen gibt: „Bosco Pantano di Policoro e Costa Ionica Foce Sinni“.

Tipp der Redaktion

Schauen Sie auf den Boden, nicht nur nach oben. Umgestürzte Stämme und morsches Holz sind keine Nachlässigkeit: Sie sind das Zuhause von Rosalia alpina und der meisten Käfer, die dieses Reservat in Italien einzigartig machen. Und fragen Sie vor dem Gehen im Besucherzentrum, wo das wilde Süßholz zu finden ist: Es wächst von allein, ohne dass es je jemand gepflanzt hätte, und ist eine der wenigen Pflanzen im Wald, die man schon am Geruch der Wurzel erkennt.

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