Hier besiegte Pyrrhus 280 vor Christus zum ersten Mal die Römer mit seinen Elefanten und begriff, dass ein solcher Sieg sich nicht lohnte: Der Pyrrhussieg wurde auf dieser Ebene zwischen Agri und Sinni geboren. Herakleia war für die Magna Graecia eine junge Kolonie, um 434 von Tarent und Thurioi nach einem Krieg zwischen ihnen gegründet, auf der Anhöhe, wo Siris gestanden hatte, und ab 374 Hauptstadt des Italiotischen Bundes. Heute liegen seine Ruinen hinter Policoro, fünf Kilometer vom Meer, zwischen den Zitrushainen und Gewächshäusern der Ebene von Metapont.
Sehenswertes
Der archäologische Park nimmt den Hügel der Akropolis ein, wo sich die Stadt am besten lesen lässt: die rechtwinkligen Straßen des griechischen Rasters, das Töpferviertel im Westen mit den Häusern und den noch angebauten Brennöfen, und weiter unten die Fundamente des Athenatempels und das Heiligtum der Demeter. Die Nekropolen liegen im Süden und Westen. Über den griechischen Ruinen wuchs im Mittelalter Anglona, ein Bischofssitz, heute selbst eine Ruine. Die Grabungen der italienisch-französischen Mission fanden die Spuren der Belagerung der Akropolis beim Durchzug des Spartacus und eröffneten die Diskussion neu, wo Siris wirklich lag.
Das Nationale Archäologische Museum der Siritide im Park bewahrt, was die Stadt zurückgegeben hat: die Grabbeigaben, die Münzen, die zu den schönsten der Magna Graecia gehören, und die großen Vasen des Policoro-Malers mit Medea, die auf dem Wagen der Sonne flieht. Die Tafeln von Herakleia, die Bronzeplatten mit der Verfassung der Stadt auf Griechisch und auf der Rückseite der lex Iulia Municipalis auf Lateinisch, sind dagegen im Museum von Neapel.
Der Besuch
Museum und Park liegen in Policoro an der Küstenstraße SS 106 Jonica, mit einem einzigen Ticket; man kommt mit dem Auto oder mit dem Zug bis zum Bahnhof Policoro-Tursi und dann ein kurzes Stück weiter. Das Museum ist überdacht und lässt sich auch im Sommer mittags besuchen; für die Akropolis, wo Schatten fehlt, sind Morgen oder später Nachmittag besser. Von hier nach Metapont sind es zwanzig Minuten: Die beiden Kolonien besucht man zusammen.
Tipp der Redaktion
Beginnen Sie im Museum und suchen Sie die Vitrine mit den Münzen: Der Kopf der Athena mit Helm und Herakles, der den Löwen erwürgt, sind das Porträt einer Stadt, die bis ins Mark griechisch sein wollte. Dann steigen Sie gegen Abend auf die Akropolis, wenn das Streiflicht die Linien der Straßen aus dem Boden holt: Für Hannibal im Jahr 212 und für Spartacus war dieser Hügel eine Festung, und von dort oben versteht man es.
