In Satriano di Lucania benutzt niemand den vollen Namen: Die Rocca Duca di Poggiardo heißt für alle nur Castello. Castello heißt auch der Fels, auf dem im 12. Jahrhundert das alte Pietrafesa lag, der erste Kern des Ortes: einer von drei Felsen — neben dem Piesco und der Madonna della Rocca —, an deren Hängen sich Satriano später bis zum Fluss Melandro ausbreitete. Am Fuß der Rocca steht die älteste Kirche des Ortes, Santa Maria di Costantinopoli, erbaut zwischen dem 12. und dem 13. Jahrhundert.
Sehenswertes
Seit August 2012 beherbergt die Rocca das Multimediamuseum „Il Palco dei Colori“, das Giovanni De Gregorio gewidmet ist, um 1580 in Pietrafesa geboren und 1656 gestorben, der seine Bilder mit dem alten Ortsnamen signierte: il Pietrafesa. Einige Säle zeichnen seinen künstlerischen Weg nach; in anderen öffnet ein digitales Buch die Archivunterlagen zu ihm und erzählt von Leben und Werk der Dichter, Gelehrten, Musiker, Inquisitoren, Geistlichen und Künstler Lukaniens im 17. Jahrhundert.
Im selben Gebäude sitzt die Gemeindebibliothek „C. D'Araio“. Originalgemälde gibt es hier allerdings nicht: Die Werke De Gregorios hängen in den Kirchen, angefangen bei der Pietà von 1608 für San Francesco in Potenza, seinem ersten signierten Bild.
Der Besuch
Die Rocca ist ein genutztes öffentliches Gebäude, die Öffnung hängt an den Zeiten von Museum und Bibliothek: Man erkundigt sich besser vorher, ehe man hinaufsteigt. Der Rundgang beginnt unten, bei der alten Kirche zu ihren Füßen — mittelalterlicher Turm auf quadratischem Grundriss, hölzerner Dachstuhl — und führt weiter durch die Wandbilder des Ortskerns, 410 im Jahr 2019, von Hand gemalt von den Künstlern des Vereins „Arte per la Valle“, die aus Satriano die italienische Hauptstadt der Murales gemacht haben.
Tipp der Redaktion
Verlassen Sie das Museum und suchen Sie die Originale: In der Kirche San Giovanni Battista, nach dem Erdbeben von 1980 wiederhergerichtet, gibt es Fresken, die De Gregorio 1626 malte. Steigen Sie danach hinauf zur piazza Garibaldi über dem Gemeindetheater: In der Mitte liegt ein neueres Mosaik, das das Gottesbild des Pietrafesa aufgreift.
