Pieve di Cento

Provinz: Bologna · Region: Emilia-Romagna · Einwohner: 6.895 · PLZ: 40066

Der Name sagt alles: dieser Ort war die Pieve von Cento, also die Kirche mit der Taufe eines anderen Ortes, der keine hatte. Bis 1378 war seine Kirche die einzige mit einem Taufbecken im ganzen umliegenden Land — das noch heute Centopievese heißt —, und darum unterstanden ihr alle anderen. 1376 verfügte der Bischof von Bologna, der von hier stammte, dass der Ort Pieve di Cento heißen solle, und zwei Jahre später erhielt Cento das Recht, sich in der Stiftskirche San Biagio ein eigenes Baptisterium zu bauen. Heute sind die beiden Orte eine einzige Siedlung von mehr als dreiundvierzigtausend Menschen. Von Pieve stehen noch die vier Tore — Cento, Asìa, Bologna, Ferrara —, und in die Tore hat man die Museen gesetzt: jenes der Geschichten des Ortes in die Burg und in die Porta Bologna, jenes des Hanfs in die Porta Asìa.

Die Ebene war hier Sumpf, und trockengelegt hat sie eine Einrichtung, die es noch gibt: die partecipanza agraria, bei der die Einwohner die Lasten mittragen, die Vorteile genießen und das Land in gemeinschaftlichem Eigentum halten. Das Übrige erzählt die Zuckerrübe: zwischen 1889 und 1955 war Pieve di Cento die Endstation einer Straßenbahn, die es mit Bologna verband, benutzt von den Pendlern, die in den Fabriken der Stadt arbeiten gingen, und für den Abtransport der Zuckerrüben, deren wichtigster Sammelplatz der Ort mit war; als die Bahn geschlossen und durch Busse ersetzt wurde, widmete ihr das Museum in der Burg einen ganzen Saal. Verwaltungsmäßig gehörte Pieve bis 1929 zu Ferrara, dann kam es an die Provinz Bologna.

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