Pastorano

Provinz: Caserta · Region: Kampanien · Einwohner: 2.920 · PLZ: 81050

Pastorano ist aus Leuten entstanden, die fortgingen. Vor dem Jahr Tausend, als das römische Städtewesen zerfiel, kamen hier Bewohner des aufgelösten Cales zusammen und Bürger des alten Capua, die den Unruhen ihrer Stadt entkommen wollten; der Name bewahrt wohl die Spur der Weidewirtschaft, die sie am Leben hielt. An der Via Appia ließen die Barone Lanza aus Capua 1712 auf eigenem Grund die Kapelle Sant'Anna errichten: Am 27. Mai 1729 hielt Papst Benedikt XIII. dort im Gebet inne und gewährte allen Reisenden vollkommenen Ablass, die es ihm am Tag der Heiligen gleichtaten, wie die Tafel an der Fassade noch heute festhält.

Im Landhaus derselben Lanza wurde am 20. Mai 1815 der Vertrag von Casalanza unterzeichnet. Murat war bei Tolentino geschlagen worden: Dort beendeten das österreichische und das neapolitanische Heer das napoleonische Jahrzehnt, und Franz I. von Österreich gab das Königreich seinem Verbündeten Ferdinand IV. von Bourbon zurück. Für die Anhänger Murats unterschrieb Pietro Colletta, Bevollmächtigter des Oberbefehlshabers Michele Carascosa; später im Exil in Florenz sollte gerade er die Geschichte des Königreichs Neapel schreiben, die 1834 nach seinem Tod erschien. Der Ort, in dem ein Königreich den Besitzer wechselte, ist heute vor allem für seine Büffelmozzarella-Käsereien und die annurca-Äpfel bekannt.

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