In den Quartieri Spagnoli, zwischen Gassen mit aufgehängter Wäsche und Motorrollern, steht eine der besten Barockkirchen Neapels, und fast niemand weiß es, weil sie seit Jahren geschlossen ist. Zwischen 1718 und 1725 baute sie Domenico Antonio Vaccaro neu, Architekt und Bildhauer, einer, der Grundriss, Altäre und Dekoration zusammen entwarf: Hier sieht man sein vollständiges Werk.
Sehenswertes
Von außen liest man die geschwungene Fassade und den Tambour der Kuppel, der über die niedrigen Dächer des Viertels ragt; aus den Gassen ringsum, mit dem Blick nach oben, findet man sie plötzlich zwischen den Häusern. Der erste Kultbau hier war klein, aus dem sechzehnten Jahrhundert, und ringsum war ein Kloster mit einem Kolleg entstanden.
Das zwanzigste Jahrhundert ging hart mit diesem Komplex um: Das Kolleg wurde für eine Schule abgerissen, im Garten entstand ein weiteres Gebäude, das Erdbeben von 1980 beschädigte die Kirche, und die Restaurierungen zogen sich über Jahre. 2016 zwang eindringendes Wasser dazu, sie erneut zu schließen, und seither ist sie eine Baustelle.
Der Besuch
Die Kirche liegt in der Via Concezione a Montecalvario, oberhalb der Via Toledo, fünf Minuten von der Metrostation Toledo; sie ist wegen Restaurierung geschlossen und nicht zu besichtigen: Man sieht die Fassade von der Straße und die Kuppel aus den Gassen. Zehn Minuten. Prüfen Sie vor dem Aufstieg, ob die Arbeiten beendet sind.
Tipp der Redaktion
Auch ohne hineinzukommen lohnt der Aufstieg: Von den Treppen der Quartieri sieht man im Zurückblicken nach unten das Gefüge der dicht gedrängten Häuser und dazwischen den Baukörper der Kirche, der von ganz anderer Größenordnung ist. So stehen die Kirchen in Neapel, nicht frei auf einem Platz, sondern zwischen die Häuser geklemmt, und diese zeigt es besser als andere.
